13. Oktober 2006

Erinnerung an Klaus Renft (1942 - 2006)

Am 9. Oktober 2006 ist Klaus Jentzsch, bekannt unter dem Namen Klaus Renft, im Alter von 64 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Wir waren fast gleichaltrig, waren beide in den 60er und 70er Jahren aktiv als Musiker, sind uns aber nur einmal direkt über den Weg gelaufen, bevor die legendäre "Klaus Renft Combo" 1975 verboten wurde.

Ich spielte während meines Studiums als Trompeter und Arrangeur in verschiedenen Bands in Weimar - in Reiner Schöne´s legendärer "Old time Jazz Band", in der Dixielandband der HAB und später in der "bs-combo weimar". Mit dieser wurden wir 1972 als augezeichnete Jugend-Band des Bezirkes Erfurt neben "blues-vital" aus Gotha nach Frankfurt/Oder zur FDJ-Werkstattwoche "Jugendtanzmusik" (21.-28.10.1972) delegiert. Neben einem Wettbewerb zwischen den beteiligten Bands lief ein Beispielprogramm von Berufsformationen, die uns Anregungen vermitteln und Maßstäbe setzen sollten. Jeden Abend spielte eine andere Band, die damals in der DDR Furore machte, u.a. die Gruppe "Wir", "Panta Rhei", Uve Schikora und seine Gruppe, die "Elektras" und natürlich: die "Klaus Renft Combo". Nach den Konzerten wurden unter den Musikern eigene Texte und Kompositionen diskutiert und die Technik der Profis unter die Lupe genommen. Zu dieser Zeit waren Verstärkeranlagen und Mikrofone nur auf dem Schwarzmarkt oder über gute Freunde aufzutreiben - und das zu gepfefferten Preisen. Der "Nachbau" grassierte gewaltig; vor allem die Gitarristen waren wahre Meister im Zusammenbau und Löten ihrer Anlagen. Wir Bläser mußten bei unseren Auftritten oft mit der Saalanlage vorliebnehmen, die in der Regel gerade für die Verstärkung von Feiertagsreden ausreichte.

Von diesem Workshop, der damals noch "Werkstatt" hieß, fuhren wir mit einem Diplom nach Hause; ich bekam noch einen Preis für einen eigenen Liedtext: "Ich bin immer für dich da" und "blues-vital" war einer der Spitzenpreisträger. Ein gemeinsames Abschlußkonzert aller Amateur- und Profi-Bands am Schlußtag in der wunderschönen Frankfurter Konzerthalle "C. Ph. E. Bach" blieb unvergeßlich ebenso wie meine Aushilfe bei der Berliner Gruppe "Express", deren Trompeter ausgerechnet beim Wettbewerbsauftritt nicht einsatzfähig war.

Links:
Klaus Renft
Nachruf mdr figaro

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