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5. Dezember 2009

"Kreativwirtschaft"

In den Post´s zur Stadtentwicklung (Hamburg, Berlin) habe ich auf ein neues Potential für Immobilienstandorte aufmerksam gemacht: die Umwandlung ehemaliger Problemquartiere in lebenswerte Stadtviertel durch die Ansiedlung von Künstlern und anderen kreativen Bewohnern ("Dekokirschen"). Das soll nun auch im Ruhrgebiet im Zusammenhang mit Iniativen zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 die Grundlage für eine Wertsteigerung der Immobilien nach dem Kulturhauptstadtjahr schaffen und durch den Zuzug kreativer Unternehmen eine neue Perspektive eröffnen.
Hans-Ludwig Brauser, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr: "Die Kreativwirtschaft ist eine Wachstumsbranche, das wird von vielen Menschen noch immer unterschätzt."
Nur sollten sich alle im klaren sein, vor allem die kreativen Partner, dass es sich immer um eine temporäre Nutzung handelt bis zur rentablen Endnutzung, die dann von der Kreativbranche nicht mehr finanziert werden kann. Den Nutzen hat langfristig der Immobilieneigentümer, der hohe Anfangsinvestitionen für die Vermietung spart und die Verwahrlosung von Leerstandsobjekten verhindert. Zynisch klingt dabei das Wort vom "Endzeitcharme" leerstehender ehemaliger Industrieobjekte, von dem die Kreativen ja so angezogen werden.
Was bleibt, sind die späteren vergreisten Wohngebiete mit zahlungskräftigen Pensionären, während sich die Kreativen längst andere billigere Stadtviertel suchen mussten.

20. Juni 2007

"Die Deutschen werden immer reicher"

Eine alberne Überschrift, glauben Sie? Sehen Sie doch mal, was die Bundesbank im letzten Monatsbericht zum besten gibt: danach hat jeder von uns ca. 200.000 Euro auf der Kante.
Weiteres auf
Sixty Five.

10. Mai 2007

"Fett for Fun"

Was unserer Regierung alles so einfällt: "Fit statt Fett" heißt jetzt das Regierungsprogramm und soll uns die körperliche Ertüchtigung für Flexibilität, Belastbarkeit und Anpassung an die Erfordernisse der Wirtschaft verordnen. Das Wort "kostengünstig" fehlt noch, ist wohl aber der eigentliche Hintergrund. Der Weg zur wirtschaftlichen Verwertung des Einzelnen in unserer Gesellschaftspolitik wird immer deutlicher: "Wir werden überwacht, kontrolliert und drangsaliert und man legt uns nahe, wie wir unser Leben ... am effektivsten zu gestalten hätten" ("Pillo" im Forum der Tagesschau). Ein Vorschlag aus dem gleichen Forum: "... Allgemein verpflichtende, jährlich stattfindende amtsärztliche Reihenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr einführen, die gegebenenfalls Nachschulungen der Eltern zur Folge hätten."

Bin ich froh, dass die Regierung auf Verordnungen und Strafen (vorerst) verzichten will.
Ab zum Mittagessen!

8. Mai 2007

Zum Nachdenken über Preise

"Es gibt kaum etwas auf dieser Welt,
das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen und etwas billiger
verkaufen könnte, und die Menschen,
die sich nur am Preis orientieren,
werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Wenn wir zuviel bezahlen,
verlieren wir etwas Geld, das ist alles,
wenn wir dagegen zu wenig bezahlen,
verlieren wir manchmal alles,
da der gekaufte Gegenstand die ihm
zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es,
für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen wir das niedrigste Angebot an,
müssen wir für das Risiko, das wir eingehen,
etwas hinzurechnen.
Und wenn wir das tun, dann haben wir
doch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen."


John Ruskin
(Engl. Sozialreformer 1819 - 1900)

17. Oktober 2006

Thema der Woche: Die "Unterschichten-Debatte"

Während die Politiker sich überbieten in der Erfindung beschönigender Bezeichnungen für die "Unterschichten", bekommt kein einziger Arbeitsloser einen neuen Job, "weil man sich ein hübsches Synonym für seine verkorkste Existenz ausdenkt."

Claus Christian Malzahn: "Oben Heuschrecke, untenrum nix"
Spiegel Online 17. Oktober 2006
Spiegel-Debatte

29. September 2006

"Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin war. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch Kostüme wechseln wie er will."

Heimito von Doderer
"Ein Mord den jeder begeht."