In meinem Blogeintrag vom 08. Oktober 2009 habe ich über den Termin 06. Oktober für die Neugründung der ATTAC-Gruppe Weimar im ACC geschrieben. Offensichtlich ist diese Neugründung jetzt offiziell erfolgt: Heute meldet die TLZ die erfolgreiche Neugründung mit 15 Engagierten aller Altersklassen.
Die TLZ schreibt:
"Man wolle zurückfinden zu einem`faszinierenden`Gruppenleben und hofft, sich mit alternativen Ideen und Vorschlägen in die öffentliche Diskussion einbringen zu können."
Die Mitglieder der ATTAC-Gruppe rufen auf:
"Lasst den positiven Anfangsschwung nicht verpuffen, dann können wir das politische Weimar mitgestalten und weit darüber hinaus etwas verbessern!".
Dazu wünsche ich Erfolg und Stehvermögen.
Kontakt: attac-jena-weimar@web.de
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26. Oktober 2009
20. Oktober 2009
DO X - Rekordflug vor 80 Jahren
Am 21. Oktober jährt sich zum 80. Mal eine Pioniertat: der Rekordflug eines zwölfmotorigen Flugschiffs Dornier Do X mit 169 Passagieren über dem Bodensee.
Mit der Do X schuf Claude Dornier zweifellos eines der eindrucksvollsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte, das bereits am 12. Juli 1929 auf dem Bodensee zum Erstflug startete. Schon Konstruktion, der Bau und die erfolgreiche Erprobung der Do X wurden als technische Meisterleistung bewundert, wenn auch begleitet von der Skepsis vieler Fachleute. Eine Sensation wurde dann vor allem der vielbeachtete Demonstrationsflug vom 31. Januar 1931 bis zum 24. Mai 1932 durch Europa, über den Südatlantik nach Südamerika, von Rio de Janeiro bis New York und zurück über den Nordatlantik. Die Do X bewies dabei eine erstaunliche Betriebssicherheit und Leistungsfähigkeit. Auf der anschließenden Tournee durch viele deutsche Städte wurde die Do X von Hunderttausenden begeistert gefeiert. Dass dieses Flugzeug nie zu einer wirtschaftlichen Alternative für den Atlantikverkehr entwickelt werden konnte, schmälert aber seine Bedeutung als technisches Meisterwerk keineswegs. Bedingt durch eine Havarie bei der Wasserung auf der Donau bei Passau 1932 musste ein zweiter Europaflug abgebrochen werden. Das Flugschiff wurde 1935 nach Berlin als Hauptattraktion in das Verkehrsmuseum am Lehrter Bahnhof transportiert, wo es sein Ende bei alliierten Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg fand. Den Rest besorgten nach Kriegsende Schrotthändler und Souvenirjäger.
Auch nach einem erfolgreichen Beginn der Flugerprobung im Jahr 19929 wollte die Kritik an diesem ungewöhnlichen Flugapparat nicht verstummen. Es wurde vor allem bezweifelt, dass dieses Flugschiff neben seinem Eigengewicht noch eine nennenswerte Nutzlast tragen könne. So entschloss sich der Konstrukteur Claude Dornier beim 70. Erprobungsflug am 21. Oktober 1929 zu einem spektakulären Rekordflug. Neben der zehnköpfigen Besatzung gingen 169 Personen - neben den Vertretern der Presse überwiegend Werksangehörige - an Bord für den ersten Passagierflug. Im noch unverkleideten Aluminiumrumpf wurden dazu leichte Korbstühle montiert. Mit knapp 45 Tonnen Startgewicht wurde das maximale Fluggewicht der Do X noch gar nicht erreicht. Der Rundflug über den Bodensee über Bregenz, Lindau und Friedrichshafen dauerte 40 Minuten und stellte damit einen Passagierrekord dar, der erst 20 Jahre später überboten werden konnte.
Als Luftfahrtphilatelist habe ich natürlich in meiner Sammlung, welche die Geschichte des Luftverkehrs zwischen Europa und Amerika über den Atlantik umfasst, auch die Do X dokumentiert.Hier folgt ein Albumblatt zur Do X. Mit einem Teil dieser Sammlung (zur Katapultpost über Nord- und Südatlantik) habe ich bereits bei nationalen und internationalen Ausstellungen erfolgreich abgeschnitten (siehe Post vom 09. Januar 2007).
Mit der Do X schuf Claude Dornier zweifellos eines der eindrucksvollsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte, das bereits am 12. Juli 1929 auf dem Bodensee zum Erstflug startete. Schon Konstruktion, der Bau und die erfolgreiche Erprobung der Do X wurden als technische Meisterleistung bewundert, wenn auch begleitet von der Skepsis vieler Fachleute. Eine Sensation wurde dann vor allem der vielbeachtete Demonstrationsflug vom 31. Januar 1931 bis zum 24. Mai 1932 durch Europa, über den Südatlantik nach Südamerika, von Rio de Janeiro bis New York und zurück über den Nordatlantik. Die Do X bewies dabei eine erstaunliche Betriebssicherheit und Leistungsfähigkeit. Auf der anschließenden Tournee durch viele deutsche Städte wurde die Do X von Hunderttausenden begeistert gefeiert. Dass dieses Flugzeug nie zu einer wirtschaftlichen Alternative für den Atlantikverkehr entwickelt werden konnte, schmälert aber seine Bedeutung als technisches Meisterwerk keineswegs. Bedingt durch eine Havarie bei der Wasserung auf der Donau bei Passau 1932 musste ein zweiter Europaflug abgebrochen werden. Das Flugschiff wurde 1935 nach Berlin als Hauptattraktion in das Verkehrsmuseum am Lehrter Bahnhof transportiert, wo es sein Ende bei alliierten Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg fand. Den Rest besorgten nach Kriegsende Schrotthändler und Souvenirjäger.
Auch nach einem erfolgreichen Beginn der Flugerprobung im Jahr 19929 wollte die Kritik an diesem ungewöhnlichen Flugapparat nicht verstummen. Es wurde vor allem bezweifelt, dass dieses Flugschiff neben seinem Eigengewicht noch eine nennenswerte Nutzlast tragen könne. So entschloss sich der Konstrukteur Claude Dornier beim 70. Erprobungsflug am 21. Oktober 1929 zu einem spektakulären Rekordflug. Neben der zehnköpfigen Besatzung gingen 169 Personen - neben den Vertretern der Presse überwiegend Werksangehörige - an Bord für den ersten Passagierflug. Im noch unverkleideten Aluminiumrumpf wurden dazu leichte Korbstühle montiert. Mit knapp 45 Tonnen Startgewicht wurde das maximale Fluggewicht der Do X noch gar nicht erreicht. Der Rundflug über den Bodensee über Bregenz, Lindau und Friedrichshafen dauerte 40 Minuten und stellte damit einen Passagierrekord dar, der erst 20 Jahre später überboten werden konnte.Als Luftfahrtphilatelist habe ich natürlich in meiner Sammlung, welche die Geschichte des Luftverkehrs zwischen Europa und Amerika über den Atlantik umfasst, auch die Do X dokumentiert.Hier folgt ein Albumblatt zur Do X. Mit einem Teil dieser Sammlung (zur Katapultpost über Nord- und Südatlantik) habe ich bereits bei nationalen und internationalen Ausstellungen erfolgreich abgeschnitten (siehe Post vom 09. Januar 2007).
4. Oktober 2009
100 Jahre Michel-Kataloge
In der "Thüringischen Landeszeitung" vom 03.Oktober 2009 wurde eine kleine Notiz veröffentlicht, dass dank einer großzügigen Schenkung ab sofort in der Stadtbibliothek Apoldas neue Michel-Briefmarkenkataloge und die monatlich erscheinende "Michel-Rundschau" für die Nutzer bereitgehalten werden. Da wäre es Zeit, einen Blick auf diesen Sohn Apoldas und späteren Einwohner Weimars zu werfen. Wer war Hugo Michel?
Georg Hugo Paul Michel wurde am 4. April 1866 in Knau an der Debra geboren; die Familie zog aber 1872 in das aufstrebende Städtchen Apolda. Nach Schulzeit und kaufmännischer Ausbildung gründete Hugo Michel am 4. April 1892 (seinem Geburtstag) ein Briefmarkengeschäft mit Versandhandel in Apolda, das bald so florierte, dass er den Hauptteil seinen Brüdern Heinrich, Richard und Max abgab.
Er war aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und Marktkenntnis bereits seit 1898 Mitarbeiter am "Senf-Katalog". Ihn störte dabei die Bruttopreispolitik dieses Kataloges und so entschloss er sich 1909, einen eigenen Netto-Katalog auf den Markt zu bringen; nach Abschluss aller Vorbereitungen erschien Hugo Michels "Europa-Katalog 1910". Die bisherige Preisliste "Europa gebr. ab 1890" wurde nun durch die Gebrüder Michel weitergeführt.

1913 verlegte Hugo Michel sein Geschäft nach Weimar, anfangs in der Windischenstrasse, 1917 firmierte er als "Postwertzeichenhandlung und Albumverlagsanstalt" mit Geschäftslokal in der Roonstraße 19 (der heutigen Brahmsstrasse). Als Wohnhaus kaufte er die Villa Elisabethstraße 1 (heute Helmholtzstrasse), zog aber später in die Carl-Alexander-Allee 5 (heutige Freiherr-vom-Stein-Allee), während sein Geschäft in die Hummelstrasse 2 wechselte. Hier in Weimar verwirklichte er seine eigentliche Ambition, die Schaffung eines aktuellen Briefmarkenkataloges. Dazu ging er eine Partnerschaft mit der "Schwaneberger Album Schaufuß & Stolpe GmbH" in Leipzig-Reudnitz ein und 1920 gab es den ersten "Michel Briefmarkenkatalog Band II Übersee 1920". Mit der "Michel-Mark" im Verhältnis zum Dollarkurs und zur Papiermark wurde 1923 die hohe Inflation einbezogen. Nach Ende der Inflation im Dezember 1923 erschienen die Michel-Kataloge nunmehr in Eugen Berlin´s "Verlag des Schwaneberger Album GmbH". Die 18. Ausgabe des Kataloges "Europa 1926" war die letzte von Hugo Michel redigierte Ausgabe. Der nun fast 60jährige zog sich allmählich aus dem Kataloggeschäft zurück und begann als "Auktionskaufhaus klassischer Briefmarken" eine Reihe von Versteigerungen, die erste vom 2. bis 5. Februar 1927 im Saal des Hotels "Der Fürstenhof" am Karlsplatz 2. Wegen der schlechten Zeiten gab es von 1929 bis 1931 keine weiteren Auktionen, nach 1932 schlief dieses Geschäft ein.
Im Alter von 78 Jahren starb Hugo Michel am 9. Juni 1944 und wurde in Weimar auf dem Hauptfriedhof bestattet. Sein Grab findet man in der letzten Reihe am südwestlichen Ende des Friedhofes.

Georg Hugo Paul Michel wurde am 4. April 1866 in Knau an der Debra geboren; die Familie zog aber 1872 in das aufstrebende Städtchen Apolda. Nach Schulzeit und kaufmännischer Ausbildung gründete Hugo Michel am 4. April 1892 (seinem Geburtstag) ein Briefmarkengeschäft mit Versandhandel in Apolda, das bald so florierte, dass er den Hauptteil seinen Brüdern Heinrich, Richard und Max abgab.
Er war aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und Marktkenntnis bereits seit 1898 Mitarbeiter am "Senf-Katalog". Ihn störte dabei die Bruttopreispolitik dieses Kataloges und so entschloss er sich 1909, einen eigenen Netto-Katalog auf den Markt zu bringen; nach Abschluss aller Vorbereitungen erschien Hugo Michels "Europa-Katalog 1910". Die bisherige Preisliste "Europa gebr. ab 1890" wurde nun durch die Gebrüder Michel weitergeführt.
1913 verlegte Hugo Michel sein Geschäft nach Weimar, anfangs in der Windischenstrasse, 1917 firmierte er als "Postwertzeichenhandlung und Albumverlagsanstalt" mit Geschäftslokal in der Roonstraße 19 (der heutigen Brahmsstrasse). Als Wohnhaus kaufte er die Villa Elisabethstraße 1 (heute Helmholtzstrasse), zog aber später in die Carl-Alexander-Allee 5 (heutige Freiherr-vom-Stein-Allee), während sein Geschäft in die Hummelstrasse 2 wechselte. Hier in Weimar verwirklichte er seine eigentliche Ambition, die Schaffung eines aktuellen Briefmarkenkataloges. Dazu ging er eine Partnerschaft mit der "Schwaneberger Album Schaufuß & Stolpe GmbH" in Leipzig-Reudnitz ein und 1920 gab es den ersten "Michel Briefmarkenkatalog Band II Übersee 1920". Mit der "Michel-Mark" im Verhältnis zum Dollarkurs und zur Papiermark wurde 1923 die hohe Inflation einbezogen. Nach Ende der Inflation im Dezember 1923 erschienen die Michel-Kataloge nunmehr in Eugen Berlin´s "Verlag des Schwaneberger Album GmbH". Die 18. Ausgabe des Kataloges "Europa 1926" war die letzte von Hugo Michel redigierte Ausgabe. Der nun fast 60jährige zog sich allmählich aus dem Kataloggeschäft zurück und begann als "Auktionskaufhaus klassischer Briefmarken" eine Reihe von Versteigerungen, die erste vom 2. bis 5. Februar 1927 im Saal des Hotels "Der Fürstenhof" am Karlsplatz 2. Wegen der schlechten Zeiten gab es von 1929 bis 1931 keine weiteren Auktionen, nach 1932 schlief dieses Geschäft ein.
Im Alter von 78 Jahren starb Hugo Michel am 9. Juni 1944 und wurde in Weimar auf dem Hauptfriedhof bestattet. Sein Grab findet man in der letzten Reihe am südwestlichen Ende des Friedhofes.

20. Juni 2007
"Die Deutschen werden immer reicher"
Eine alberne Überschrift, glauben Sie? Sehen Sie doch mal, was die Bundesbank im letzten Monatsbericht zum besten gibt: danach hat jeder von uns ca. 200.000 Euro auf der Kante.
Weiteres auf
Sixty Five.
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Sixty Five.
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Wirtschaft
10. Mai 2007
"Fett for Fun"
Was unserer Regierung alles so einfällt: "Fit statt Fett" heißt jetzt das Regierungsprogramm und soll uns die körperliche Ertüchtigung für Flexibilität, Belastbarkeit und Anpassung an die Erfordernisse der Wirtschaft verordnen. Das Wort "kostengünstig" fehlt noch, ist wohl aber der eigentliche Hintergrund. Der Weg zur wirtschaftlichen Verwertung des Einzelnen in unserer Gesellschaftspolitik wird immer deutlicher: "Wir werden überwacht, kontrolliert und drangsaliert und man legt uns nahe, wie wir unser Leben ... am effektivsten zu gestalten hätten" ("Pillo" im Forum der Tagesschau). Ein Vorschlag aus dem gleichen Forum: "... Allgemein verpflichtende, jährlich stattfindende amtsärztliche Reihenuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr einführen, die gegebenenfalls Nachschulungen der Eltern zur Folge hätten."
Bin ich froh, dass die Regierung auf Verordnungen und Strafen (vorerst) verzichten will.
Ab zum Mittagessen!
Bin ich froh, dass die Regierung auf Verordnungen und Strafen (vorerst) verzichten will.
Ab zum Mittagessen!
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Gesellschaft,
Medien,
Politik,
Soziales,
Wirtschaft
8. Mai 2007
Zum Nachdenken über Preise
"Es gibt kaum etwas auf dieser Welt,
das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen und etwas billiger
verkaufen könnte, und die Menschen,
die sich nur am Preis orientieren,
werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Wenn wir zuviel bezahlen,
verlieren wir etwas Geld, das ist alles,
wenn wir dagegen zu wenig bezahlen,
verlieren wir manchmal alles,
da der gekaufte Gegenstand die ihm
zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es,
für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen wir das niedrigste Angebot an,
müssen wir für das Risiko, das wir eingehen,
etwas hinzurechnen.
Und wenn wir das tun, dann haben wir
doch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen."
John Ruskin
(Engl. Sozialreformer 1819 - 1900)
das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen und etwas billiger
verkaufen könnte, und die Menschen,
die sich nur am Preis orientieren,
werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Wenn wir zuviel bezahlen,
verlieren wir etwas Geld, das ist alles,
wenn wir dagegen zu wenig bezahlen,
verlieren wir manchmal alles,
da der gekaufte Gegenstand die ihm
zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es,
für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen wir das niedrigste Angebot an,
müssen wir für das Risiko, das wir eingehen,
etwas hinzurechnen.
Und wenn wir das tun, dann haben wir
doch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen."
John Ruskin
(Engl. Sozialreformer 1819 - 1900)
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25. April 2007
Blech um die Kirche
Unsere schöne Stadt Weimar hat einen großen Vorzug: Altstadt und spätere Stadterweiterungen drängen sich auf engstem Raum. Das hat zur Folge, dass der Fußgänger in einer halben Stunde von einem Ende der Stadt zum anderen gelangen kann und Weimar damit eine Stadt der kurzen Wege ist. Nun sollte man denken, dass die Volksvertreter dafür sorgen, dass für Einheimische und Touristen die Schönheit der Stadt erlebbar bleibt. Nichts da; ständig wird von Fraktionen des Stadtrates um die Ausweitung des Fahr- und Parkangebotes in der Innenstadt gekämpft. Da dem Individualverkehr mit Auto und zu Fuß gleiche Rechte eingeräumt werden, ist die Innenstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten ständig zugeparkt. Langsam, aber sicher stellt das Privat-Auto, diese "metallene Privatkapsel, die das urbane Leben unserer Städte zum Erliegen bringt" (Hanno Rauterberg), eine wirkliche Bedrohung für den öffentlichen Raum dar, "weil es kaum Straßen oder Plätze gibt, die nicht vollgestellt, vollgelärmt, vollgestunken werden - und damit allen anderen öffentlichen Interessen kaum noch Raum lassen."
Ich will dies am Beispiel des Herderplatzes in Weimar illustrieren: eine einzige Katastrophe, die auch bei der geplanten Neugestaltung des Platzes nicht grundlegend verändert werden wird. Drei Fotos sollen die Übermacht von Blech zeigen, beim dritten handelt es sich um ein Vexierbild. Von einem der schönsten Brunnen Weimars mit neugestaltetem Umfeld ist nichts mehr zu sehen außer Blech, Blech, Blech...

Ich will dies am Beispiel des Herderplatzes in Weimar illustrieren: eine einzige Katastrophe, die auch bei der geplanten Neugestaltung des Platzes nicht grundlegend verändert werden wird. Drei Fotos sollen die Übermacht von Blech zeigen, beim dritten handelt es sich um ein Vexierbild. Von einem der schönsten Brunnen Weimars mit neugestaltetem Umfeld ist nichts mehr zu sehen außer Blech, Blech, Blech...


9. Januar 2007
Das Olympiastadion in Berlin - ohne Olympiaringe ?
Seit dem Jahresende ist in Berlin eine heftige Debatte entbrannt um die Vergabe des Namensrechtes am Olympiastadion. Hertha BSC, nur Mieter des Stadions, hatte angekündigt, die Namensrechte an einen Konzern verkaufen zu wollen, möglicherweise an seinen eigenen Ausrüster "Nike". Natürlich müßten dann die olympischen Ringe zwischen den Türmen durch ein Firmenlogo ersetzt werden. Der völlig überrumpelte Senat - der eigentliche Eigentümer - dementiert und viele Berliner lehnen eine Umbenennung ab.
Das Vorhaben wird wohl umgesetzt werden, denn das Geld lockt - ca. 5 Mio Euro pro Jahr bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Damit könnte man das Olympiagelände um das Stadion sanieren - und so wird am Ende der schnöde Mammon siegen. Von den 18 Bundesligastadien sind bisher nur 7 noch nicht verkauft, darunter Berlin.
Zu welch aberwitzigen Blüten diese Vorgänge führen können, zeigte sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, als die FIFA offizielle eigene Namen (teilweise die alten) für die umbenannten Stadien festlegte, da in den Stadien nur die FIFA-Sponsoren werben durften. Hier zur Erinnerung die Liste:
neuer Name - FIFA-Name
____________________________________
Berlin - Olympiastadion
München Allianz Arena - Stadion München
Dortmund Signal-Iduna-Park - Westfalenstadion
Frankfurt Commerzbank Arena - Waldstadion
Gelsenkirchen Veltin´s Arena - Arena auf Schalke
Kaiserslautern - Fritz-Walter-Stadion
Stuttgart - Gottlieb-Daimler-Stadion
Nürnberg easyCredit-Stadion - Frankenstadion
Leipzig - Zentralstadion
Hamburg AOL-Arena - Stadion Hamburg
Köln RheinEnergieStadion - Stadion Köln
Hannover AWD-Arena - Stadion Hannover
Beispiele aus den Ligen:
Fürth Playmobil-Stadion
Düsseldorf LTU-Arena
Interessant ist auch, dass manche Zeitungen die gekauften Stadiennamen umschreiben und nicht verwenden.
Wo führt dieser Ausverkauf von (Sport-)Kultur noch hin ? Vielleicht zum Ersatz des Brandenburger Tores durch ein McDonald´s "M", wie Leser in der Diskussion auf der Internetseite des "Tagesspiegels" vorschlugen.
Das Vorhaben wird wohl umgesetzt werden, denn das Geld lockt - ca. 5 Mio Euro pro Jahr bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Damit könnte man das Olympiagelände um das Stadion sanieren - und so wird am Ende der schnöde Mammon siegen. Von den 18 Bundesligastadien sind bisher nur 7 noch nicht verkauft, darunter Berlin.
Zu welch aberwitzigen Blüten diese Vorgänge führen können, zeigte sich bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, als die FIFA offizielle eigene Namen (teilweise die alten) für die umbenannten Stadien festlegte, da in den Stadien nur die FIFA-Sponsoren werben durften. Hier zur Erinnerung die Liste:
neuer Name - FIFA-Name
____________________________________
Berlin - Olympiastadion
München Allianz Arena - Stadion München
Dortmund Signal-Iduna-Park - Westfalenstadion
Frankfurt Commerzbank Arena - Waldstadion
Gelsenkirchen Veltin´s Arena - Arena auf Schalke
Kaiserslautern - Fritz-Walter-Stadion
Stuttgart - Gottlieb-Daimler-Stadion
Nürnberg easyCredit-Stadion - Frankenstadion
Leipzig - Zentralstadion
Hamburg AOL-Arena - Stadion Hamburg
Köln RheinEnergieStadion - Stadion Köln
Hannover AWD-Arena - Stadion Hannover
Beispiele aus den Ligen:
Fürth Playmobil-Stadion
Düsseldorf LTU-Arena
Interessant ist auch, dass manche Zeitungen die gekauften Stadiennamen umschreiben und nicht verwenden.
Wo führt dieser Ausverkauf von (Sport-)Kultur noch hin ? Vielleicht zum Ersatz des Brandenburger Tores durch ein McDonald´s "M", wie Leser in der Diskussion auf der Internetseite des "Tagesspiegels" vorschlugen.
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