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7. Dezember 2009

Standardwerk über Collagen

Erst neulich habe ich antiquarisch endlich das Standardwerk über Collagen erstanden:


Herta Wescher
Die Geschichte der Collage
Vom Kubismus bis zur Gegenwart
Verlag M. DuMont Schauberg 1974
(Gekürzte und aktualisierte Sonderausgabe der 1968 erschienenen Originalausgabe
Bearbeitung: Karin Thomas)
DuMont Dokumente
ISBN 3-7701-0783-7
393 Seiten, zahlr. Abb. im Text und 203 Abb. auf Tafeln

Mit umfangreicher Einführung, Beiträgen zur Collage des Kubismus, Futuristen, des Dadaismus, der Surrealisten, der Konstruktivisten und einer Darstellung der Entwicklung in den letzten Jahrzehnten.

5. Dezember 2009

Collagen aus den 80ern

In den 80er Jahren habe ich viele Collagen fabriziert, allerdings in anderer Art als heute. Hier drei Beispiele:

Anfang 80er Jahre:

28.10.1979 Tarzan (Ausschnitt):


28.02.1982 Kopf:

6. November 2009

Hannah Höch 120. Geburtstag

Foto: E. Jorarro Archiv Johannes Bauersachs

"Ich möchte die festen Grenzen verwischen, die wir Menschen, selbstsicher, um alles uns Erreichbare zu ziehen geneigt sind."
Hannah Höch (1889 - 1978)


Am 1. November 1889 wird Johanna Höch in Gotha als ältestes von fünf Kindern eines Versicherungs-Direktors geboren. Nach ihrem Studium an der Staatlichen Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin avanciert Hannah Höch unter den Berliner Dadaisten zur Collage-KÜnstlerin. Ihr Verdienst ist es, die Ausdrucksmittel des Dadaismus, Collage und Fotomontage, bis zu letzt in ihrem künstlerischen Schaffen weitergeführt und präzisiert zu haben.

Gesprengte Einheit 1955

Neben Kurt Schwitters verdanke ich ihr viele Anregungen und Impulse für meine Arbeiten.

Siehe auch meine Posts vom 08.01.07, 29.05./28.06.07

1. November 2009

Neue Collage der Postkartenserie

Hier ist wieder eine neue Karte aus der Postkartenserie, entstanden vom 31.10. zum 01.11.2009:

27. Oktober 2009

Neue Collagen:

Karte Nr. 7:In den letzten Tagen entstanden zwei neue Collagen: eine Fortsetzung der Postkartenserie - Nr. 7 und eine etwas größerformatige Collage, bei der ich ein bereits angefangenes Grundmotiv vom 08.10.2000 verwendet habe, also neun Jahre alt:

20. Oktober 2009

Neue Collage

Anbei die Karte Nr. 6 aus der Postkartenserie, entstanden 20.10.2009:


4. Oktober 2009

Collage vom 02.10.2009

Noch eine durchwachte Nacht vom 1. zum 2. Oktober. Um Mitternacht entstand eine neue Collage:

2. Oktober 2009

Postkartencollagen um Mitternacht

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 2009 konnte ich nicht schlafen und habe gegen Mitternacht Entwürfe für Collagen für eine Postkartenserie angefangen, die ich dann am Folgetag in Form gebracht habe. Hier sind erste Ergebnisse:

26. September 2009

Zwei neue Collagen aus 2008

Hier zwei neue Collagen aus 2008:
Titel: "eld, " 31.08.2008
Abm.: B x H = 29 x 43 cm
und:
Titel: "für Kunden
" 18.08.2008
Abm.: B x H = 14 x 16 cm

23. April 2009

Eigene Collagen

Hier möchte ich wieder eigene Collagen aus früheren Jahren vorstellen - aus einem
Kalender 1996:


28. Juni 2007

Hannah Höch in Berlin - Teil 2

Ausstellung "Hannah Höch - Aller Anfang ist DADA"

Einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen der klassischen Moderne, der in Gotha geborenen Hannah Höch (1889 - 1978), ist die Ausstellung "Hannah Höch - Aller Anfang ist DaDa!" (vom 6. April bis 2. Juli 2007) gewidmet. Gerade noch rechtzeitig vor Schließung der Ausstellung konnten wir (die Familie) die großartige Schau mit ca. 160 Arbeiten aus allen Werkperioden, aber vorrangig aus der dadaistischen Phase und der Zeit nach 1922 erleben. Für meine eigenen Versuche auf dem Gebiet der Collage sind Hannah Höch und Kurt Schwitters die entscheidenden Vorbilder und Anreger - und so war ich sehr gespannt auf die Ausstellung.

Nach dem Tod der Künstlerin konnte die 1975 gegründete Berlinische Galerie ihr umfangreiches Archiv erwerben - es enthält neben den Kunstwerken biografisches Material, die Korrespondenz der Malerin sowie Manuskripte, Bücher und Fotografien, Vorlagenalben und sonstige von ihr gesammelte und aufbewahrte Untrelagen aller Art. Das Archiv wird in einer mehrbändigen Edition "Hannah Höch. Eine Lebenscollage" veröffentlicht. Die ersten beiden Ausgaben umfassen die Jahre 1889 - 1920 und 1921 - 1945 und befinden sich bereits in meiner Bibliothek.

Einige Aspekte haben mich besonders berührt:

Kubus 1926
Erstens die gezeigten großformatigen Ölbilder. Bisher habe ich die größeren Bildwerke weniger beachtet - Hannah Höch thematisiert die in den 20er Jahren aktuellen Beziehungsprobleme zwischen Mann und Frau sowie Rollenerwartungen und Geschlechterstereotype und ihre Collagen bedeuteten mir rein formal mehr. In dieser Ausstellung werden aber aus der Collage kommende surrealistische und nur ästhetischen Maßstäben verpflichtende Darstellungen mit rein abstrakten Kompositionen gezeigt, die mich tief berühren und einen ganz neuen Blick auf die künstlerische Qualität dieser ermöglichen. Mit dem abstrakten Expressionismus dieser Bilder ist sie voll auf der Höhe der Zeit.

Zweitens: Hannah Höch hat oft farbige Motive aus Illustrierten und Katalogen als Ausgangsmaterial für ihre Collagen genutzt. In der Vorkriegszeit sind diese Farbdrucke aus der Warenwelt noch vergleichsweise wenig farbintensiv und oft verschwommen. Dazu kommt die natürliche Alterung der verwendeten Papiere, sodass eine milde Patina auf den Collagen aus dieser Zeit liegt. Ebenso geht es mir - ältere Bildwerke aus den 60er und 70er Jahren sind schon etwas verblichen und expressive Farben gemildert. Dabei gewinnen die Papierbilder; ich habe sogar schon vergilbte Papiere für meine Collagen verwendet, um diesen Effekt zu erzielen. Collagen aus Papieren heutiger Hochglanzillustrierten zeigen zu farbige, glänzende und scharfgezeichnete Darstellungen, die eine ganz andere Collagetechnik und -aussage voraussetzen. Sie kommen vor allem bildhaften, erzählerischen Motiven entgegen, bei rein abstrakten Gestaltungen sind sie mit Vorsicht zu verwenden.

Die Ausstellung zeigt zwei DaDa-Puppen der Hannah Höch; Puppen sind bei vielen Künstlern eigene Werkgruppen, die vielleicht nicht den Anspruch großer Kunstwerke erheben, aber doch die künstlerische und gesellschaftliche Entwicklung dieser Jahre spiegeln. Ich denke da an Paul Klee, der zwischen 1916 und 1925 für seinen Sohn Felix rund 50 Handspielpuppen fertigte oder an Pablo Picasso, der in den 50er Jahren mit den Puppen für seine Tochter Paloma wahre Meisterwerke schuf. Puppen waren auch oft Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung, so wie bei den Weimarer Malern Alexander von Szpringer (1889 - 1969) und Otto Herbig (1889 - 1971). Diesem Thema - Künstler und Puppen - sollte man einmal nachgehen.

Diese Ausstellung hat wieder Lust auf Arbeit geweckt, seit den 80er Jahren habe ich wenige Collagen gefertigt und einige Motive liegen noch unvollendet im Schrank. Seit der Wende hatten andere Dinge Priorität, aber nun zeichnet sich langsam wieder Zeit und Gelegenheit ab. Für diese umfassende Werkschau der Hannah Höch bin ich sehr dankbar.

29. Mai 2007

Hannah Höch in Berlin

Heute möchte ich mich wieder einmal meinem eigentlichen Interesse widmen: der Collage. Dazu eine Vorabinformation über einen geplanten Ausstellungsbesuch in Berlin - der Ausstellung "Hannah Höch - Aller Anfang ist DaDa!"
vom 6. April bis 2. Juli 2007 in der Berlinischen Galerie, die ja den Nachlass der Künstlerin betreut und damit auch den größten Anteil an Exponaten stellt. Es werden ca. 160 Arbeiten aus allen Werkperioden präsentiert. Aus dem Ankündigungstext: "Beginnend mit wichtigen Fotomontagen aus der DaDa-Zeit, über die bedeutende, Ausgang der zwanziger Jahre entstandene Serie ´Aus dem ethnografischen Museum´bis hin zu den Pop Art inspirierten Klebearbeiten der 60er Jahre findet die Collage als genuine Ausdrucksform Höchs besondere Berücksichtigung."
Ergänzend werden private Korrespondenz, Fotos und persönliche Notizen dargeboten.

Nun heißt es sich sputen, denn viel Zeit bleibt nicht mehr - nur ca. ein Monat, dann sind die Werke wieder im Archiv verschwunden.

5. April 2007

Collagen von Wolfgang Hildesheimer

Wolfgang Hildesheimer
Wo wir uns wohlfühlen
Mitteilungen aus Italien und Poschiavo
Ausgewählt von Dietmar Pleyer
Insel-Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 2006
Insel-Bücherei Nr. 1284

Für Italien hat Wolfgang Hildesheimer immer wieder Worte der Faszination, ja der Liebe gefunden. Hildesheimer lebte von 1957 bis zu seinem Tode 1991 in Poschiavo, einem Graubündner Städtchen nahe der italienischen Grenze. "Hier ist ein guter Boden für Hildesheimers Schreiben und Malen, aber auch für den Genuss des Lebens: der Begegnung mit den Menschen, ihrer Landschaft und ... ihrer Küche."

Der Herausgeber Dietmar Pleyer hat Textstellen aus Notaten, Schriften, Gesprächen und vielen unveröffentlichten Briefen ausgewählt sowie bislang unpublizierte Bilder und lässt damit "eine geradezu horazische Idylle erstehen." Der kleine Band ist illustriert u.a. mit Zeichnungen und Collagen aus dem Privatbesitz von Silvia Hildesheimer, die noch immer in der Casa Gay (Via dal Convent 58) lebt. Wenig entfernt liegt das "Vecchio Monastero". Dieses Kloster ist heute ein Kulturzentrum mit einer Dauerausstellung der Collagen Hildesheimers. Aus rechtlichen Gründen (Copyright) zeige ich keine Abbildungen. Ich habe bis heute noch keine Monografie über Hildesheimers Werke, insbesondere die Collagen, gefunden.
Dieses kleine Inselbändchen ist wieder ein Meisterwerk, mit Vorbemerkung, in Text- und Bildauswahl stimmig, für so ein schmales Büchlein ausführliche Anmerkungen, Text- und Bildnachweise...
Satz und Schrift Sabon; das Bezugspapier zeigt ein Motiv aus einer Collage Hildesheimers "Flaschen" (1981 - 1986). Es stört einzig der Preis, wie immer bei den neuen Insel-Büchern. Sicher kann man solche Bücher in der heutigen aufwendigen Ausstattung mit teuren Papieren (holzfrei, alterungsbeständig, mattgestrichenes Papier der Fa. Geese, Hamburg) nicht mehr zum Ursprungspreis von 1,25 M herstellen. Aber Sinn und Zweck der Inselbücherei werden mehr und mehr infrage gestellt, je kostbarer die Ausstattung wird. Als langjähriger Sammler und Freund der Insel-Bücherei bedaure ich dies sehr. Natürlich altern meine alten Vorkriegs- und DDR-Ausgaben langsam, aber das tun andere Bücher und ich selbst auch.

17. Januar 2007

Buchtipp


Bei Thames & Hudson ist 2006 die Paperback-Ausgabe eines recht informativen Buches über die Geschichte der Collage erschienen:

Brandon Taylor: Collage
The Making of Modern Art
Thames & Hudson Ltd. 2004, Paperback Edition 2006
206 Illustrationen, davon 91 in Farbe.


Aus dem Inhalt:
- Erfindung der Collage: Braque und Picasso
- Konstruktivismus
- Dada: Schwitters und Hannah Höch, Arp
- Dada in Köln: Ernst und Baargeld
- Die surrealistischen Jahre: Miró
- Die 30er Jahre: Heartfield
- Beginn der Assemblage: New York und Kalifornien
- Später Surrealismus: Paris
- Collage und décollage in Rom, Paris in den 50ern
- Rauschenberg, Pop art
- Politische Montage in den 70ern
- Post-Moderne, Digitale Strukturen.
Das Werk enthält eine ausführliche Bibliografie, die nach den einzelnen Themen gegliedert ist.

13. Januar 2007

Eigene Collagen

Heute möchte ich einige eigene Collagen aus den 80er Jahren zeigen:













Peter Rost: "Disco Lady" 1987




















Peter Rost: "Das Urteil des Paris" 1987








Peter Rost: "Der Schrei"
1987

8. Januar 2007

Collage (4) Hannah-Höch-Kabinett in Gotha



Nach einiger Pause melde ich mich wieder mit allen guten Wünschen für das neue Jahr 2007. Hier gleich eine Neuigkeit zu meinem Thema "Collage":
Unter der Überschrift
"Ein Traummuseum mit ganz vielen Farben"
berichtet die TLZ heute über die Eröffnung eines Hannah-Höch-Kabinetts im Schlossmuseum Gotha zur Erinnerung an diese Tochter der Stadt. Bekanntlich wurde Hannah Höch hier in Gotha am 1. November 1889 geboren, bewarb sich aber mit 22 Jahren an der Kunstgewerbeschule Charlottenburg. In Berlin starb sie auch 1978.
Hannah Höch gehörte mit Raoul Hausmann zum Gründerkreis von Dada-Berlin. Zusammen mit Hausmann entwickelte sie die Fotomontage, führte sie aber als Collage zu traumhaft schönen Kunstwerken.


Bereits vom 7. August bis 7. November 1993 wurde eine Retrospektive mit 127 Arbeiten der Künstlerin gezeigt, der Katalog liegt mir vor und zeigt Werke aus allen Entwicklungsphasen.

Schloss Friedenstein in Gotha

Das Museum ist geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 -16.00 Uhr.


2. Oktober 2006

"Phantastische Welten"
Collage Peter Rost ca. 1970

Collage (3)

"... Bei der Montage braucht man bekanntlich nicht mehr jedes Detail selber zu zeichnen, bedient sich vielmehr bedeutungsvoller Ausschnitte, die man so lange ausprobierend koppelt, bis sich inhaltlich, vor allem aber strukturell, neue, reizvolle Einheiten ergeben. Dies ist nicht so ganz leicht, wie es aussieht, weil es Phantasie und künstlerische Kontrollfähigkeit voraussetzt. Es müssen sich hierbei Fragmentierfreudigkeit, Koppelungsinstinkt und Gegenstandsphantastik vereinen. ... Die Arbeiten selber verliefen spielend, instinktiv, schnell und ohne jeden denkerischen Anstoß."

Franz Roh: Anti-Monumentales. Warum ich montierte (1954)
in: Das Kunstwerk 8. Jg. 1954/55 Heft 6 S. 50

Franz Roh (1890 - 1965) wurde 1890 in Apolda als Sohn einer bedeutenden Apoldaer Fabrikantenfamilie geboren. Als einer der führenden Theoretiker der Kunst der "Neuen Sachlichkeit" prägte er dafür den Begriff "Magischer Realismus". Er bestimmte als freischaffender Kunstkritiker wesentlich die Kunstkritik des 20. Jahrhunderts mit.

Ausstellung im Kunsthaus APOLDA Avantgarde 16.01. bis 12.03.2000
Katalogbuch zur Ausstellung "Eine Hommage für Franz Roh" von
Kurator Hans-Dieter Mück

28. September 2006

Collage (2)
Bereits während meines Studiums begann ich mit der Gestaltung von Collagen. Der Umgang mit Schere und Papier hatte mich schon als Kind fasziniert. Außer dem Gestaltungswillen dienten die Stunden am Zeichentisch oft dem beruhigenden Ausgleich und der Therapie nach Stress und Belastung durch Arbeit und Umfeld. Nach der Wende entstanden nur wenige Bildobjekte, da vorerst andere Prioritäten bestanden.


"Tele tet" Collage Peter Rost
ca. 60er Jahre

26. September 2006

Collage (1)
"Das Wort "Collage", abgeleitet aus dem griech. "Kollau", bezeichnet eigentlich das am wenigsten wichtige Charakteristikum, nämlich das technische Bindemittel, den Leim und die technische Handhabung, das Kleben. Entscheidendes Kennzeichen für das Phänomen Collage ist dagegen das künstlerische Vorgehen. Dieses Vorgehen beruht auf Verwandlung bereits vorhandener Materialien - Stoffstrukturen, Bilder und Bildzeichen, nicht nur, indem Verschiedenartiges zueinander in neue Beziehung gesetzt wird, sondern auch, indem bisher unerkannte, verdeckte und unentdeckte Beziehungen zwischen verschiedenen Motiven, Inhalten und deren Formen überraschend aufgedeckt werden. Das Medium der bildnerischen Verwandlung, das die Wirkung der Collage bestimmt, ist daher nicht logische Deduktion, sondern die Herstellung bildhafter Analogien durch Verbindung von Gestaltformen und Themen unterschiedlicher Herkunft und heterogenen Ursprungs. Die Konvergenz des Divergenten fügt sich im Bild zum Ganzen, das, auf einen Blick überschaubar, die unvertrauten Züge in der vertrauten Physiognomie unserer Umwelt bloßlegt."

Heinz Ohff: Hannah Höch
Berlin 1968