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28. Oktober 2007

Magnolie im Herbst

Wir haben in unserem Vorgarten vor über 20 Jahren eine Magnolie gepflanzt, eine Magnolia x soulangiana. Erst nach 15 Jahren begann sie zu blühen und ist im Frühjahr ein wundervoller und aparter Schmuck von Haus und Garten. Jetzt im Herbst kann man ein Schauspiel beobachten: das Öffnen der Samenkapseln.

Jedes Jahr öffnen sich die Balgfrüchte und geben die von einem roten Mantel umhüllten Samen frei.


Die Frucht ist eine holzige, aufspringende Balgkapsel, aus der später die Samenkörper an einem Faden herunterhängen.

Die Samen landen in aller Regel auf dem Gartenboden und kommen nicht zur Keimung. Jedenfalls habe ich noch nie einen Keimling gefunden.

Die Vermehrung der Magnolie ist schwierig und mir bisher noch nie gelungen. Die Samen müssen stratifiziert werden, d.h. sie werden in Gefäßen oder in der Erde in dünner Schicht auf eine Sandunterlage ausgebreitet, mit einer weiteren dünnen Schicht überdeckt und ca. ein Jahr lang so gehalten. Danach kann man aussähen, muss aber das rote Fruchtfleisch von den Samen entfernen. Wie gesagt, dies ist mir noch nicht geglückt.

23. Oktober 2007

Kleine Nachlese zum Zwiebelmarkt

Schnell noch eine kleine Nachlese zum 354. Weimarer Zwiebelmarkt, bevor der Bundespräsident kommt und der Rummel um die Herzogin Anna Amalia Bibliothek beginnt:

Jedes Jahr dabei: die "Kopenhagen Steel Band."

Jedes Jahr auch dabei: OB und Zwiebelkönigin.


Und immer dabei: Die Rostbratwurst (nicht nur zum Zwiebelmarkt).


Und besonders schön: luftige Schmetterlinge.

Alle Fotos: Peter Rost

16. September 2007

Ein neuer Abschnitt

"In wunderlichem Bogen wuchs der Birke Ast zunächst nach unten, dann nach oben."
So beginnt Christiane Weber ihren Beitrag in "Villen in Weimar (2)" über unser Haus und seine früheren Bewohner. Den "anmutigen Haken" hat ein überlebender Ast einer vor langer Zeit abgebrochenen Birke an der Straßenseite des Grundstücks geschlagen, der vom Lebenswillen des morschen Baumstumpfs zeugte und seltsamerweise jedes Jahr von Neuem ergrünte, obwohl der Rest des Baumes schon weitgehend abgestorben war. In diesem Jahr aber vertrocknete dieser Ast ebenfalls und endgültig; er drohte auf Passanten und Autos abzustürzen und so mussten wir dieses Wahrzeichen schweren Herzens beseitigen lassen. Verbunden damit haben wir auch Linde und Pappel vor unserem Haus einer fachmännischen Verjüngung unterzogen, im Herbst folgen die sehr alten Obstbäume im Garten. Nach fast 40 Jahren, in denen unser Garten nach vielem Auf und Ab seine heutige Gestalt erhielt, wird der Einsatz von Säge und Schere dringend notwendig, um Gehölzen u
nd Pflanzungen mehr Licht und Luft zu verschaffen und neues Wachstum anzuregen. Zur Pflege gehört auch das Schneiden und Ausgraben; nicht alles entwickelt sich nach den Vorstellungen des Gärtners und so muss er dann und wann eingreifen.

Zufällig fällt diese Verjüngungskur auf einen Zeitpunkt, der auch einen neuen Lebensabschnitt bei S. und mir einläutet: In diesem Jahr beenden wir unsere beruflichen Laufbahnen und wechseln schrittweise in den "Pensionärs-Status", wobei dies nicht mit "Ruhestand" gleichzusetzen ist. Beide wollen wir uns auf unseren Arbeits- und Interessengebieten weiter beschäftigen, nur in anderem Rahmen und mit neuer Schwerpunktsetzung. So soll die Veränderung im Erscheinungsbild unserer Bäume gleichsam den Beginn eines neuen Abschnittes in unserem Leben markieren. Vorläufig sind wir vollauf damit beschäftigt, uns wieder an uns ohne Kinder, Arbeit und Verantwortung zu gewöhnen.

Die lange Pause in diesem Blog war dem diesmal ausführlichem Jahresurlaub geschuldet; demnächst mehr über Erlebnisse und Entdeckung im Norden unseres Landes.

7. August 2007

Fundstück



Immer wieder gibt es Klagen über unvorsichtiges und nicht regelgerechtes Verhalten der Weimarer (insbesondere studentischen) Radfahrer gegenüber Fußgängern. Offensichtlich ist das keine neue Erscheinung; bereits 1923 schreibt die Landeszeitung:

" Rüpelhaft benahm sich Donnerstagnachmittag in der Windischenstraße ein Radfahrer gegenüber einem ruhig seines Weges gehenden Herrn, den der scheinbar mehr als unsichere Radfahrer beinahe angefahren hatte. Trotzdem der Herr gar keine Notiz von dem Sonntagsradfahrer nahm, ließ dieser eine widerliche Schimpfkanonade los, die bewies, wie roh und ordinär heute manche Menschen sein können. Eigentlich sollten derartig unsichere Radfahrer sofort polizeilich festgestellt werden, denn manchmal stellen sich dabei die sonderbarsten Überraschungen heraus."

Anmerkung:
Diesen Zeitungsausschnitt hat wohl auch unser Innenminister gelesen und daraufhin seinen Vorschlag für "Verdachtsunabhängige Pauschalkontrollen" gemacht. Wie das aussieht, beschreibt Udo Vetter in seinem "law blog" vom 19. Februar 2007:
"Die niedersächsische Polizei sperrte in der Nacht zum Samstag bei Göttingen die komplette A 7 in Fahrtrichtung Hannover. Sechs Stunden lang wurden alle Autofahrer auf die Raststätte Göttingen-Ost umgeleitet und von 120 Polizisten überprüft.... Parallel zur Großkontrolle auf der Rastanlage kontrollierten weitere Funkstreifen die an den Anschluss- stellen Hann-Münden und Dramfeld abfahrenden Verkehrsteilnehmer. Der Vollsperrung zeitlich versetzt vorgelagert war darüber hinaus eine Geschwindigkeitskontrolle.... Die Totalkontrolle war Teil der Aktion "Don´t drug & drive".

1. Juni 2007

Fundstück

"In einer neuen architektonischen Person erlangt Vision Wirklichkeit. Eine Traumgeschichte wird zur Realität. Herkömmliche Verhältnisse und Sichtweisen werden außer Kraft gesetzt. Traditionelle Werte und innovative Evolution fügen sich zu einem Charisma, das in Bann nimmt, das fordert. Symbole erleben Transformation. Offenkundig selbstbewußt operieren Maßstäbe wider die Norm. Nicht statisch gesetzt, sondern in Reaktion und Interaktion. Körper werden immateriell, Bewegung erhält Körperlichkeit. Die Handlungsmaxime: Kompetenz und Know-how, Präzision und Dynamik sind nicht mehr nur theoretische Faktoren, sondern werden praktisch erfahrbar. In der kreativen Weite offener Dimensionen weiten sich Perspektiven zu Visionen."

Beschreibung eines westfälischen Bürohauses in einer "Capital"-Beilage. (Quelle: Deutsches Architektenblatt Ausgabe Ost Nr. 06/07)

25. Mai 2007

Himmelfahrt 2007

Natürlich lud das herrliche Wanderwetter am Himmelsfahrttag zu einer ausgedehnten Wanderung im Saaletal bei Bad Kösen ein. Mit den Ehepaaren J. und G. zogen wir zu den Saaleburgen Rudelsburg und Saaleck und zu Mittag ins "Himmelreich", einer bekannten Ausflugsgaststätte auf dem gegenüberliegenden Saaleufer hoch oben über dem Fluß. Hier hat man einen schönen Blick auf die Saaleburgen über einem Muschelkalksteilhang und in das Saaletal.

Da Fotos der Burgen in jedem Thüringer Fotoalbum zu finden sind, mal einige nicht so bekannte Motive:
Auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg der Rudelsburg wurden
Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Denkmäler durch Korpsstudenten errichtet:
die Gefallenensäule zu Ehren der im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallenen Corpsstudenten (Pfingsten 1872 geweiht) - das erste studentische Denkmal Deutschlands überhaupt,
der Kaiser-Wilhelm-Obelisk (1890),

das Jung-Bismarck-Denkmal (1895/96) - Bismarck als Corpsstudent - Einweihung des Nachgusses 2006,
und das Löwendenkmal
von dem Berliner Bildhauer Prof. Hermann Hosaes zum Andenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Corpsstudenten (1926).











Alle diese Denkmäler wurden nach der Wiedervereinigung restauriert bzw. neu errichtet.


Im Hof der Rudelsburg war natürlich heftiges Biertrinken mit der entsprechenden Geräuschkulisse angesagt, etwas aufgelockert durch junge Tänzerinnen, die unter entsprechendem Gejohle eine Showtanz-Einlage zur Aufmunterung der Himmelfahrtstrinker lieferten.

Eine tolle Überraschung war die Ankunft von Fahrzeuggespannen mit alten Lanz-Bulldogs, die liebevoll restauriert ihr typisches Glühkopfmotorengetuckere ertönen ließen. Diese von der Firma Heinrich Lanz Aktiengesellschaft in Mannheim Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts gebauten Traktoren waren zu ihrer Zeit ein Riesenerfolg auf Grund ihrer Einfachheit und Robustheit und, weil sie mit Rohöl betrieben werden konnten und weder Ventile, Vergaser noch Getriebe benötigten. Von dem Entwickler des Motors, dem Ingenieur Dr. Fritz Huber stammt der legendär gewordene Satz: "Ein Schlepper kann nicht einzylindrig genug sein."











Also kamen auch die Technik-Freaks an diesem Tag auf ihre Kosten und wir Wanderer natürlich sowieso.





Alle Fotos: P. Rost

11. Mai 2007

Rückblick April


Ein Rückblick auf die April-Farben im Garten: eine frühe Berberitze.

Dieser April bescherte uns ein herrliches Frühlingswetter mit viel Sonnenschein und kaum Regen. Die Bauern fürchteten schon um eine Missernte bei ausbleibender Feuchtigkeit. Besonders betroffen wären Gerste, Weizen und Zuckerrüben, was eine Erhöhung des Bierpreises im Herbst nach sich zeihen könnte. Aber seit dieser Woche haben wir Aprilwetter - im Mai. Heute ist übrigens der erste "Eisheilige":
11.5. Mamertus
12.5. Pankratius
13.5. Servatius
14.5. Bonifatius
und zum Schluss am 15.5. die "kalte Sophie". Wenn es gegenwärtig auch nicht so aus sieht, gerade im Zeitraum um den 12. bis 14. Mai fallen die Temperaturen häufig rapide ab, wodurch es Bodenfrost geben kann. Das Motto heute:

Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz.

10. Mai 2007

Vier Tage im "Heidiland"


Das verlängerte Wochende vom 27. April bis 1. Mai dieses Jahres verbrachten wir im 580 km entfernten Wangs (eigentlich Vilters-Wangs) in der Schweiz; es war ein lange fälliger Besuch im neuen Domizil von A. und P. mit dem kleinen L., unserem Enkel. In der Schweiz Vorzeigewetter wie zu Hause in Deutschland, fast schon Hochsommer, auch was die Vegetation angeht. Vilters-Wangs liegt am Westhang des Rheintals im Kanton St. Gallen in der Region Sarganserland und der Ferienregion "Heidiland", ist eigentlich ein Dorf, entstanden aus dem Zusammenschluss der Orte Vilters (1872 Einwohner) und Wangs (2204 Einwohner) und leicht erreichbar über die Autobahn Bregenz - Chur. Die Dörfer verdanken ihre Lage in der einmaligen Flusslandschaft Rheinau den Dorfbächen und stehen auf Schuttkegeln. In vergangenen Jahrhunderten gab es in der Region schwere Schäden durch Pest (14. und 17. Jahrhundert), katastrophale Überschwemmungen und Dorfbrände (1800 in Vilters) sowie Hunger und Elend. Deshalb verwundert es nicht, dass im 19. Jahrhundert viele Einwohner nach Amerika auswanderten.
Der Hausberg des Ortes ist der "Gonzen" mit 1.829 m (auf dem Foto oben rechts, in der Fortsetzung der Bergkette auf dem Foto die sogenannten "Churfirsten").


Ein chinesischer Hartriegel (cornus causa) in voller Blüte, bei uns im Weimarer Garten kann man nur erste Knospenansätze bestaunen.

Obligatorisch ein Besuch im nahe gelegenen Chur, der ältesten Stadt der Schweiz mit 5.000 Jahren Siedlungsgeschichte und Hauptstadt des angrenzenden Kantons Graubünden (siehe auch mein Post zu Hildesheimer vom 5. April 2007, der ja in Graubünden an der Grenze zu Italien lebte).


Ein Ausflug führte uns zum Walensee, dem "See der Welschen", so genannt, da er im Frühmittelalter die Sprachgrenze zwischen Alamannen im Westen und Rätoromanen, den "Welschen", im Osten markierte. Bei ca. 24 km² Oberfläche beträgt seine größte Tiefe 151 m; da er rundum von über 1.000 m hohen Felsen umgeben ist, nördlich von der imposanten Bergkette der "Churfirsten", hat er eine niedrigere Wassertemperatur als andere Seen der Umgebung.


Ein Höhepunkt der Tage in Wangs war ein Besuch des Ehepaares Snozzi aus Zürich; aber davon später.

Alle Fotos: Peter Rost

8. Mai 2007

Endlich Regen!


Seit genau einem Monat hat es bei uns keinen Tropfen mehr geregnet. Anfang April versiegten die Schleusen des Himmels über Mitteldeutschland und so freuten sich nicht nur die Kleingärtner über den Guss der letzten Nacht. Unsere Regenwasseranlage ist wieder zu 80 % gefüllt. Und das gegen den Willen unseres Trinkwasserlieferanten, des Wasserzweckverbandes Weimar, der sein Wasser teuer verkaufen will und uns deshalb die Nutzung der Anlage teilweise untersagen wollte. Nur durch Klage und Entscheid des Verwaltungsgerichts Weimar erhielten wir das Recht, unsere Wäsche mit gefiltertem Regenwasser zu waschen.

Was ist "Regen" eigentlich? Erst mal eine Kleinstadt im Mittleren Bayerischen Wald mit 12.500 Einwohnern; größter Betrieb ist die Firma Rodenstock (Optik und Brillen), gelegen am Fluss "Regen". Der ist ein 165 km langer Fluss in Ostbayern, kommt aus dem Böhmerwald und mündet in die Donau bei? Na? Natürlich bei Regensburg. Der Name Regensburg kommt aber nur indirekt vom Fluss "Regen" - er ist abgeleitet vom lateinisch "Castra Regina" (Lager am Regen). Die Stadt Regen führt im Wappen sinnigerweise einen Regenbogen, dessen Farben sich aber im Lauf der Zeit auf drei reduziert haben: Rot, Gelb, Blau.


Und dann und vor allem bezeichnet Regen "...einen flüssigen Niederschlag mit einer Tropfengröße von meist 0,6–3 mm. Unterhalb von 0,5 mm ist es Sprühregen (auch Nieselregen)..." (Wikipedia).
Und wie misst man die Fallgeschwindigkeit der Regentropfen? Es gibt eine Faustformel:
"Fallgeschwindigkeit in m/s entspricht in etwa 2 x Tropfendurchmesser in mm. Ein Tropfen mit 1 mm Durchmesser fällt also mit einer Geschwindigkeit von ca. 2 m/s = 7 Stundenkilometer (km/h).

25. April 2007

"Schimanski´s" Hemd

Kurz nach 1990 habe ich mir ein jeans-ähnliches Hemd gekauft, hellblau leicht verwaschen mit farbigen Nähten und kleinen Stickereien an den Brusttaschen. An diesem Hemd habe ich sehr gehangen und besonders wertvoll wurde es, als ich anlässlich eines Fernseh-Interviews Götz George in eben diesem Hemd vor der Kamera sitzen sah. Also nur Schimanski und ich hatten solch ein Hemd; ich habe es nie wieder bei anderen gesehen. Leider wurde das Hemd inzwischen durch S. bei einer Razzia nach "untragbaren" Hemden im Kleiderschrank auf Grund seines hohen Verschleissgrades gnadenlos entfernt. Bei Schimanski bin ich mir nicht sicher, ob er wohl immer noch in dem alten Hemd auf Sendung geht.

An diese Episode musste ich denken, als ich dieser Tage in unserer Tageszeitung eine kurze Notiz las, dass Götz George kein gutes Haar mehr an der Krimi-Reihe "Tatort" lässt:
"Früher gab es sechs mal im Jahr einen ´Tatort´. Das war ein Highlight. Heute läuft zweimal am Tag ein ´Tatort´, jeder zweite Schauspieler wird ´Tatort´-Kommissar."
Diese ständigen Wiederholungen haben tatsächlich der Reihe gewaltig Abbruch getan; als alter "Tatort"-Fan war ich bitter böse, als im vorigen Sommer (2006) sogar sonntags zur "Tatort"-Zeit nur noch Wiederholungen alter Sendungen gezeigt wurden. Ich bin gespannt, ob sich dies im kommenden Sommer wiederholt.

Zum Werteverfall im Deutschen Fernsehen nochmals Götz George: "Die Menschen, die heute populär sind, das sind Friseure, Talkmaster und Frauen mit gefärbten Haaren und aufgepumpten Brüsten und - Köche. Köche! Und wenn man zu einem Event eingeladen wird, steht man plötzlich neben Friseuren, Köchen, Telenovela-Sternen und anderen Knalltüten. In dem Punkt bin ich wie Schimanski. Der verbündet sich nicht mit Menschen, die er nicht mag."

11. April 2007

Schlankheitswahn als Schönheitsideal?


Möchten Sie, dass Ihre Frau/Freundin mit solchen knochigen Stelzen herumläuft? Und abends, weil sie besonders lieb sein will, Ihnen ihre Storchenbeine ins Auge rammt? Eine große Hilfe bei Sport und Spiel mit den Kindern oder der Gartenarbeit sind diese Beine nicht gerade.

Lt. Wikipedia ist "...ein Schönheitsideal eine bestimmte Vorstellung von Schönheit. In der Regel bezieht sich der Begriff auf das Aussehen des menschlichen Körpers und Gesichts... Das im Westen seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts modisch gewordene Schlankheitsideal hat im historischen und interkulturellen Vergleich eher Seltenheitswert."

Die von Wissenschaftlern der Universität York, Ontario (Kanada) publizierte Studie "Thinnes and Body Shape of Playboy Centerfolds from 1978 to 1998" ergab, dass 70 % der untersuchten 240 Playboy-Mädchen mit einem Body-Maß-Index (BMI) von weniger als 18,1 stark untergewichtig waren; 77,5 % wogen weniger als 85 % ihres Idealgewichtes. Das leichteste Playmate wog nur 42,7 Kilogramm, was eigentlich mit sofortiger künstlicher Ernährung wieder aufgepäppelt werden müsste. Sage mir einer, dass bei einem Taillenumfang von 59 cm auch noch eine große Oberweite natürlich wäre: die kann dann nur "künstlich" sein, denn bei Untergewicht ist die Brust eher flach. In die Nähe eines lebensbedrohlichen Body-Maß-Index von unter 13 kommen viele der weltbekannten Models.
Ist das unser Schönheitsideal?
Sind Frauen denn nicht auch so, wie sie individuell sind, schön? Warum das Äußere in eine Form pressen, nur damit alle gleich aussehen? Und wann müssen wir Männer mit solchen Storchenbeinen herumlaufen?

7. April 2007

Frohe Ostern!


Zu Ostern gibt es Ostereier. Warum gerade Eier? Die doch der Osterhase gar nicht legen kann?

Das Ei ist ein Symbol für das Leben, da es Träger des Lebens und der Lebenserneuerung ist. In den mythischen Vorstellungen sehr vieler Kulturen findet sich das Weltenei, das - als Sinnbild der Totalität aller schöpferischen Kräfte - am Uranfang da war und aus dem die gesamte Welt, die Elemente oder zunächst oft nur Himmel und Erde entsprangen. Außerdem ist es ein Schutz- und Abwehrsymbol beim Haus- und Brückenbau und bei Blitz- und Feuergefahr.

Im Christentum gilt das Ei als Auferstehungssymbol, weil Christus aus dem Grab hervorbrach wie das reife Küken aus dem Ei; das Osterei, das bereits bei heidnischen Frühlingsfesten eine Rolle als Fruchtbarkeitssymbol gespielt hatte, erhielt so eine spezifisch christliche Deutung.

"Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben."
(Johannes 11,25)

5. April 2007

Nachtrag zum Buchtipp: Über das Reisen


Hier ein weiteres Zitat aus Pascal Merciers "Nachtzug nach Lissabon" über das Reisen:

"Ein Flugzeug besteigen und wenige Stunden später in einer ganz anderen Welt ankommen, ohne dass man Zeit gehabt hatte, einzelne Bilder von der Strecke dazwischen in sich aufzunehmen - das mochte er nicht, und es verstörte ihn."

Uns geht das mit dem Reisen verbundene Erleben und Entdecken zunehmend ab. Entfernungen spielten in früheren Zeiten eine große Rolle - sie machten das Reisen in entfernte Gegenden beschwerlich, aber auch zum seltenen und unvergeßlichen Erlebnis. Von der mühsamen Fußwanderung bis zum Düsenjet war ein langer Weg; schon der Schritt von der Eisenbahn zum Privat-PKW läßt kaum noch Zeit für das Entdecken und Wahrnehmen der Reiseroute. Dazu Götz Kubitschek ("Politisches Tagebuch"):

"Ich bin ... mit meiner Frau und den drei ältesten Kindern zu einem Urlaub bei Barcelona nicht geflogen, sondern ganz bewusst mit der Bahn gefahren, obwohl das anstrengender und teurer war: Die Kinder sollten nicht den Eindruck bekommen, dass Spanien etwa so weit entfernt sei wie Berlin oder Frankfurt am Main. Sie erfuhren den Wechsel der Dialekte bis nach Basel, erlebten den Wechsel der Landschaft und der Wärme und des Geschmacks der Luft an den verschiedenen Bahnhöfen. Sie stiegen in einen Nachtzug (!) und mussten übermüdet um vier Uhr in der Frühe wieder aufstehen. Mit anderen Worten: Die Entfernung bekam ein Gesicht, eine Bedeutung, die drei erzählen heute noch davon."

2. April 2007

Fundstück

Natursteinmauer in Schneeberg
Foto: Peter Rost

"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen."
(Johann Wolfgang von Goethe)

21. März 2007

Im Märzen der Bauer...



Foto: 21.03.07, 12:00 Uhr MEZ

Am 21. März um 01:07 Uhr MEZ überschreitet auf dem Weg nach Norden die Sonne den Äquator. Tag und Nacht sind gleich lang (je 12 Stunden) - diese Tagundnachtgleiche ist der Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel der Erde. Vor diesem astronomischen Frühlingsanfang liegt allerdings der sogenannte meteorologische Frühlingsanfang, den die Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen wie auch den Beginn aller anderen Jahreszeiten aus Vereinfachungsgründen auf den Monatsbeginn, also auf den 1. März vorverlegt.

Ausgerechnet zum Frühlingsanfang meldet sich in diesem Jahr der Winter zurück, wenn auch nur kurzzeitig. Bisher war das Wetter seit Anfang Februar frühlingshaft warm und trocken, im Garten leuchteten bereits die Frühlingsblüher und der erste Schwung mit Schneeglöckchen und Krokus ist bereits verblüht. Da senkt sich plötzlich Schnee auf die bunte Pracht und die quellenden Knospen.
Dies scheint aber nicht neu zu sein: In seinem humorvollen Buch "Das Jahr des Gärtners" schreibt Karel Capek:

"Der Gärtner kann nichts anderes tun, als jeden Abend auf den Wetterbericht... zu lauern, die Hochdruckgebiete über Skandinavien und die Störungen über Island zu verwünschen. Denn wir Gärtner wissen, woher der Wind weht....
Aber trotz dieser schlechten Erfahrungen mit dem Wetter heißt der Gärtner Jahr für Jahr den Frühling willkommen und weiht ihn ein, und das gibt wiederum Zeugnis von dem unverwüstlichen, unwandelbaren Optimismus des menschlichen Geschlechts."

19. März 2007

Ein verregnetes Wochenende


Am 17./18.03.07 waren S. und ich Teilnehmer einer Klausurtagung des GEW-Kreisvorstandes (Lehrergewerkschaft) in Trebgast in Franken. Der Prospekt versprach:

"Idealer Urlaubsort; Badesee, Tennisplätze, Naturbühne und herrliche Wanderwege in der Nähe sorgen rund ums Jahr für Erholung und Abwechslung."

Davon war leider zur Jahreszeit (der Frühlingsanfang steht vor der Tür) nichts zu sehen. Dichte Bewölkung mit feinem Nieselregen nahe der Null-Grad-Grenze ließ in den Konferenzpausen nur kurze Ausgänge zu, die Hauptsensationen waren noch geschlossen. So blieb nur Gasthof und Metzgerei Friedrich, "der Familienbetrieb mit persönlicher Atmosphäre" in der Kulmbacher Straße. Die vorangegangene Besichtigung des Biermuseums in Kulmbach haben wir mit Geschick verpasst.
Trotzdem: nette Geselligkeit im Kreis der Kreisspitze. Auf der Rückfahrt ein Abstecher nach Coburg, um zu sehen, was aus unserem Projekt der Marktplatzneugestaltung geworden ist.