Das "Haus zum Roten Ochsen" in Erfurt Foto: Peter Rost
Das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld muss z. Zt. wegen Renovierungsarbeiten seine Sammlungen auslagern. Das bot die einzigartige Gelegenheit, internationale Spitzenwerte der klassischen Moderne in der Erfurter Kunsthalle im "Haus zum Roten Ochsen" zu zeigen. Diese Wanderausstellung war zuvor in Bremen in den Kunstsammlungen Böttcherstraße zu sehen und zeigt 57 ausgewählte Gemälde vom Impressionismus bis zur abstrakten Kunst sowie Plastiken von Lehmbruck, Barlach, Rodin und Picasso. Beginnend mit Hodlers Baumfäller fällt der Blick des Besuchers sofort auf ein Hauptwerk der Ausstellung, auf Claude Monets Sonnenuntergang mit dem britischen Parlamentsgebäude von 1904. Jeweils ein Exemplar zeigt die Emanzipation der Farbe in der Malerei bis hin zu Mondrians Farbflächen und der monochromen Malerei von Yves Klein und Antoni Tàpies. Hier fand ich ein Ausstellungsplakat von Ernst Ludwig Kirchner zu einer Ausstellung der Galerie Arnold 1910 wieder, das mich schon seit meiner Studentenzeit als Kunstpostkarte begleitete.
Kunstpostkarte VEB Verlag der Kunst Dresden Motiv Nr. 9576
Die kleine, aber feine Ausstellung ist der Höhepunkt des Ausstellungsprogramms 2010 der Kunsthalle Erfurt und noch bis 2. Mai 2010 geöffnet. Freien Eintritt gibt es jeweils eine Stunde vor Schließung des Hauses. Anschließend wird die Ausstellung noch in Würzburg, Cottbus, Freiburg (Br.) und Rotterdam gezeigt. Allerdings werden wohl möglicherweise nicht alle Bilder wegen ihres labilen Erhaltungszustandes auf Reisen gehen.
Die Gestaltung des Faltblattes zur Ausstellung übernahm Hajo Schüler, ein Erfurter Grafiker, mit dem ich Anfang der 60er Jahre in der Weimarer "bs-combo" gemeinsam spielte; seitdem haben wir uns trotz räumlicher Nähe nicht wiedergesehen, was ich aber demnächst nachholen will.
Die im November 1998 als Kulturstadtobjekt nach grundlegendem Umbau und Sanierung wiedereröffnete Stadtbücherei Weimar verfügt mit dem historischen Gewölbekeller über einen eigenen und bestens geeigneten Vortragsraum, der für kleine Formen von Musik und Literatur, aber auch für Ausstellungen geradezu prädestiniert ist. Z. Zt. werden Gemälde und Zeichnungen des Weimarer Malers Otto Paetz gezeigt und gestern (14. Januar 2010) las Inge Jens aus ihrem Buch "Unvollständige Erinnerungen". Der kleine Kellerraum war übervoll - überwiegend und naturgemäß Frauen (und zwar wenige junge!). Die Buchhandlung Thelemann war mit Büchern der promovierten Germanistin vertreten; damit bestand die Gelegenheit zur Signierung.
Ich habe Inge Jens´Erinnerungen (keine Autobiographie, wie sie nicht müde wird, zu betonen) im Dezember 2009 gelesen und und mich daraufhin erstmalig ausgiebiger mit der Geschichte der Familie Mann beschäftigt - vor allem mit der gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller und Gelehrten Walter Jens geschriebenen Biographie von Katja Mann ("Frau Thomas Mann"). Dabei folgte selbstverständlich Interesse für die Pringsheims und die Kinder Thomas Manns, insbesondere Golo, Klaus und Erika Mann. Folgerichtig passte die gestrige Lesung als Abschluss dieses Lektüreprogramms mit dem persönlichen Kennenlernen der inzwischen 83jährigen Frau. Aus Zeitgründen wählte sie nur drei Episoden aus ihrem bei Rowohlt verlegten Buch aus - Kindheit im Bombenkrieg in Hamburg, Kontakte und Reisen in die ehemalige DDR und Zeilen des Schmerzes und der Trauer über die Demenz ihres Mannes Walter Jens. Das berührte uns besonders, leidet doch mein Schwiegervater inzwischen an der gleichen Krankheit; so können wir die Worte der Schriftstellerin nachvollziehen.
Übrigens erhielt Inge Jens von den Nachkommen die Zustimmung zur Bearbeitung des Nachlasses von Mitgliedern der "Weißen Rose"; die Briefausgabe habe ich antiquarisch aufgetrieben und unserer Tochter Chr. zu Weihnachten geschenkt.
Literatur:
Inge Jens Unvollständige Erinnerungen
Rowohlt Reinbeck bei Hamburg 2009
Inge Jens Hans Scholl Sophie Scholl Briefe und Aufzeichnungen
S. Fischer Frankfurt 1984
Inge und Walter Jens Frau Thomas Mann - Das Leben der Katharina Pringsheim
Rowohlt Taschnbuch rororo 23664
Im Radio:
"Unvollständige Erinnerungen" von Inge Jens
MDR FIGARO Lese-Café Leipzig Haus des Buches, Sendung am 17. Januar 2010, 15.00 Uhr.
Übrigens: auch die Bilder von Otto Paetz sind sehenswert!
Zum Neuen Jahr 2010 wünsche ich allen Bloglesern Glück, Gesundheit und Zuversicht für die kommenden möglicherweise schweren Zeiten. Mein Motto für das kommende Jahr stammt von Kurt Schwitters:
"Denn Kunst ist nichts anderes als Gestaltung mit beliebigem Material".
Für das erste Vierteljahr haben wir (meine Frau und ich) uns als Höhepunkt einen Besuch der Botticelli-Ausstellung im Frankfurter Städel vorgenommen; ich hoffe, es klappt wie gewünscht. Dazu eine alte Kunstpostkarte aus meiner Sammlung: "La Primavera" (Firenze) der Fa. Stengel & Co. aus Dresden Nr. 29848.
Ausstellung "Botticelli"
13.11.2009 - 28.02.2010 im Städel Museum Frankfurt am Main
Im Jahr 2006 wurde in Weimar der Knabe Verlag wiedergegründet, ein Verlag, der durch seine Reihe "Knabes Jugendbücherei" mit seinen bunt illustrierten Büchern in der DDR jedem Kind bekannt war und 1984 nach dem Tod des Verlegers Wolfgang Knabe aufgelöst und an den Postreiter-Verlag Halle übergeleitet wurde. Das Stadtmuseum Weimar zeigt in einer Sonderausstellung vom 28. November 2009 bis 14. Februar 2010 eine umfassende Werkschau und Materialien zur Geschichte des Verlages, der ohne Zweifel zur Weimarer Stadtgeschichte gehört. Ein Begleitbuch von Jens Kirsten "Wurzelprinzessinnen, Detektive und eine Jugendbücherei voller Abenteuer - Die Geschichte des Gebrüder Knabe Verlages" schildert die Verlagsgeschichte, soweit sie heute noch rekonstruierbar ist (das Verlagsarchiv ist nach dem Übergang des Verlages an den Postreiter-Verlag Halle verschollen) sowie eine umfangreiche Bibliografie aller Kinder- und Jugendbücher nach 1945. Die Ausstellung wurde durch den Thüringer Literaturrat in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., dem Stadtmuseum Weimar und der Herzogin Anna Amalia Bibliothek erarbeitet. Letztere hat ihren Bestand der Buchreihe inzwischen weitgehend vervollständigt.
Gegründet wurde der Verlag 1932 als Weimarer Druck- und Verlagsanstalt Gebr. Knabe KG im Lutherhof Weimar durch Gerhard Knabe (1902 - 1961) und Wolfgang Knabe (1906 - 1983) mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des Vaters Karl Friedrich Knabe (1884 - 1965), der bereits 1912 - 1932 beim Weimarer Panses Verlag in der Scherfgasse tätig war (dieser Verlag gab u.a. die "Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland" heraus).
Nach 1945 konzentrierte sich der Gebrüder Knabe Verlag Weimar ausschließlich auf die Veröffentlichung von Kinder- und Jugendbüchern. Nach der anfänglichen Herausgabe von Kinderbilderbüchern (u.a. ein Buch mit Zeichnungen des Professors an der Staatlichen Hochschule für Baukunst Horst Michel "Das bunte Spielzeugdorf" 1947) schufen die Verleger mit "Knabes Jugendbücherei" ein unverwechselbares Konzept, das den Einfluss- und Kontrollmaßnahmen des DDR-Literaturbetriebes widerstand und eine Überlebensstrategie als privater Verlag bot. Zwischen 1945 und 1984 erschienen 256 Titel mit zahlreichen Nachauflagen von über 100 Autoren. Zu ihnen gehörten Herta Fischer, Inge Müller, Walter Conrad, Hanns Krause, Hans-Günter Krack, Martin Selber, Wolfgang Held und Rudolf Weiß. Künstler wie Walter Klemm, Fritz Lattke, Engelbert Schoner, Horst Hausotte und Hans Wiegand illustrierten Bücher und gestalteten die für die Reihe so charakteristischen Einbände. Besonders haben es mir die in der Ausstellung gezeigten Originalzeichnungen dieser Künstler angetan.
Mit der Neugründung des Verlages 2006 durch Steffen und Tim Knabe, die Enkel der vormaligen Verleger, wird eine Tradition fortgesetzt und man kann hier nur verlegerischen Erfolg wünschen.
In meiner Bibliothek findet sich ein Sonderdruck als Faksimile-Ausgabe der Weimarer Druck- und Verlagsanstalt Gebr. Knabe KG Weimar von 1941 "Theophrastus Paracelsus - PROGNOSTICATION AUFF XXIIII JAR ZUKÜNFTIG", herausgegeben vom Bibliothekar Eduard Strübing (der im Dezember 1945 wegen seiner Zugehörigkeit zur NSDAP aus dem öffentlichen Dienst entlassen wurde) in einer einmaligen Auflage von 750 gezählten Stücken. Mein Exemplar trägt die Nummer 15 und hat im Frontispiz eine handschriftliche Widmung des Herausgebers für den "Bibliotheksdirektor Paul Ortlepp" vom 16.5.1945, der jedoch wegen seines frühen Todes dieses Amt nur wenige Monate ausüben konnte.
Ausstellung Stadtmuseum Weimar
28. November 2009 bis 14. Februar 2010
Karl-Liebknecht-Str. 5 - 9
99423 Weimar
Vom 6. September bis 22. November 2009 präsentieren die Kunstsammlungen Jena im Stadtmuseum eine beachtenswerte Ausstellung "Punkt und Linie zur Fläche - Kandinsky am Bauhaus" mit Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafik.
Wassily Kandinsky (1866 -1944), einer der wichtigsten Vertreter der abstrakten Malerei, wurde erst 1922 durch Walter Gropius an das Bauhaus Weimar als Formmeister für Wandmalerei und Lehrer im Vorkurs berufen. In kurzer Zeit wurde er zu einem der wichtigsten und innovativsten Lehrer am Bauhaus.
Seine Kontakte zu Jenaer Bürgern, insbesondere dem Jenaer Kunstverein, pflegte Kandinsky während seiner Bauhausjahre 1922 bis 1933 (auch nach dem Weggang des Bauhauses aus Weimar) rege und intensiv; seine Werke wurden in Jena in sechs Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und teilweise für die Sammlung des Kunstvereins gesichert. Exemplarisch dargestellt wird in der Ausstellung die Beziehung zu dem Künstler und Kunsthistoriker Walter Dexel, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband.
Drei Grafiken aus der Mappe "Kleine Welten", die in der Ausstellung komplett gezeigt wird.
Für unseren Ausstellungsbesuch am 3. November mussten wir Jena zweimal anfahren, da wir die Öffnungszeiten am Donnerstag von 14.00 bis 22.00 Uhr nicht beachtet hatten. Normalerweise ist von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, nur Donnerstag nicht! Bitte beachten!
Vom 13.September bis 20. Dezember gibt es wieder einmal eine interessante Ausstellung im Kunsthaus Apolda Avantgarde: Feininger und das Bauhaus Weimar-Dessau-New York. Gezeigt werden 130 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Holzschnitte aus internationalen Sammlungen, wie dem Museum of Modern Art und dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York und der Phillips Collection in Washington D.C. Mit der Ausstellung soll zum ersten Mal die wichtige Phase der Bauhauszeit im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit Feiningers Werk stehen.
Gestern besuchten S. und ich die Ausstellung und waren von der Qualität der Arbeiten überrascht. Besonders die kompletten Mappenwerke hatten es mir angetan:
1920 - Zwölf Holzschnitte von Lyonel Feiniger (erste grafische Edition des Staatlichen Bauhauses in Weimar),
1926 - Zehn Holzschnitte von Lyonel Feininger (Edition des Euphorion Verlag Berlin)
1941 - Ten woodcuts by Lyonel Feininger (herausgegeben von Curt Valentin, Buchholz Gallery in New York anläßlich seiner Rückkehr in die USA).
Es gibt einen sehr guten und informativen Katalog, herausgegeben von Andrea Fromm - alle ausgestellten Werke sind reproduziert. Aus meinen Beständen kann ich zur Illustration des Posts nur eine Karte zur Bauhausaustellung Juli - Oktober 1923 (Sammlung Baldur Gottschalk) - Katalog Nr. 60 - Stadt - Bauhauskarte Nr. 1 - bieten.
Im übrigen gab es 2007 im Pommerschen Landesmuseum Greifswald die Ausstellung "Lyonel Feininger - vom Sujet zum Bild", die sich der Arbeitsweise Feingers widmete, der in Serien von Zeichnungen (Naturnotizen), Holzschnitten, Radierungen und Gemälden seine Bildkonstruktionen entwickelte. In elf Motivserien von Landschaften und Architekturen, deren Sujets er in Mecklenburg und Vorpommern fand, konnte man den spannenden Prozess der Bildfindung miterleben.
Unsere Sylvesterreise nach Wien begann mit einer halben Stunde Platzrunden im Flugzeug, bevor wir in Schwechat landen konnten. Der Wiener Flughafen hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Von 1998 bis 2007 stiegen die Flugbewegungen im österreichischen Luftraum von 741.043 auf 1.200.000 (Quelle: Austro Control). Die Konsequenzen spüren Reisende natürlich in Form von Verspätungen. In Wien-Schwechat erreichten die Flugbewegungen zuletzt bis zu 900 täglich; die maximalen Landungen sind auf 41 pro Stunde gestiegen. Nach einer Statistik von Euro Control ist Österreich für vier Prozent aller Verspätungen in Europa´s Luftverkehr verantwortlich. Grund für die Misere ist nicht nur Sparsamkeit bei Kosten und Personal, sondern eine gravierende Fehlprognose über die Entwicklung des Luftverkehrs nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Unseren wunderschönen Tagen in Wien tat das aber keinen Abbruch, mit Air Berlin flogen wir von Erfurt über Nürnberg nach Wien und am 1. Januar abends wieder zurück. Die Sylvesternacht in Wien ist ein tolles Erlebnis: auf den Straßen und Plätzen um Stephansdom und Rathaus wird seit vielen Jahren ein einzigartiges Straßenfest gefeiert. Es war unser erstes Sylvester außer Haus und gleich ein so grandioses. Hier nur einige Impressionen von unserem selbstorganisierten Programm:
Unser Hotel: Hotel "Graben" in der Dorotheengasse 3 gleich neben dem
Stephansdom im Antiquitätenviertel. Hier verkehrten von 1913 bis 1919 die Literaten Peter Altenberg, Franz Kafka und Max Brod.Museen: In der "Albertina" Ausstellung "Monet bis Picasso - Die Sammlung Batliner" und natürlich im Leopold-Museum im MQ Schiele und Klimt, Secession mit dem berühmten Beethoven-Fries von Gustav Klimt.
Stadtrundfahrt obligatorisch u.a. mit Besichtigung von Schloss Schönbrunn, und Abstecher zur Gasometer-City.
Von Schiele beeindrucken mich besonders die Gemälde und Zeichnungen mit Landschafts- und Städte-Motiven. Dazu muss ich erzählen, dass wir vor 1990 oft im Böhmerwald Urlaub machten und es mir Cesky Krumlov (Böhmisch Krumau) besonders angetan hatte, mit seiner damals noch unsanierten historischen Bausubstanz - und hier in Wien fand ich die Motive bei Schiele. Leider kommen in den Veröffentlichungen zu Egon Schiele die meisterhaften Bleistiftzeichnungen von Landschaft und Interior zu kurz, da immer und überall der Schwerpunkt auf seinen erotischen Darstellungen liegt.
Abends: Orgelkonzert im Stephansdom -Mozart, Franck, Bach - und als erster Höhepunkt: Kubanisches Feuerwerk mit den alten Herren von "The Bar at Buena Vista" im Museumsquartier, Sylvester-Menü miit netten Tischnachbarn aus München im Hotel "Regina" und dann raus auf den Sylvesterpfad. Wir schafften es wegen der Menschenmassen gar nicht mehr bis zum Hotel, sondern mußten uns auf der Straße mit Sekt versorgen und bis zum frühen Morgen dann gleich mitfeiern und mittanzen.
Empfehlungen für Gastronomie und Einkauf folgen später.
Erkennungszeichen für empfehlenswerte Wiener Cafés:- Kellner mit schwarzem Anzug und immer freundlich
- mindestens 10 internationale Zeitungen
- immer Wasser zum Kaffee.
Impressionen:
Die farbigen Lichtdekorationen bei Tag und Nacht


Am Tag danach:
Und zum Schluss alle guten Wünsche für 2008!
Alle Fotos: Peter Rost
"Er war ein gut aussehender Junge mit einem schönen Lächeln und Hasenzähnen." So beschreibt Mustafa Wasiri, Direktor der ägyptischen Ausgrabungsstätte Tal der Könige den Leichnam des Pharao Tutanchamun, der in seinem Grab seit Anfang November nun der Schaulust des Touristenpublikums ausgesetzt wird. In einer klimatisierten Glashülle soll die Mumie des Pharao vor Zerfall und Zerstörung geschützt werden.
Aber warum muß die Hülle durchsichtig sein? Doch offensichtlich nur, um mehr Touristen anzulocken und deren Sensationsgier zu befriedigen. Kristina Bergmann schreibt im Feuilleton der "Neuen Züricher Zeitung", "dass die Ausstellung der Mumie an billige Sensationslust, an abstoßende Enthüllung, ja an Leichenschändung grenzt." Dabei hatte der Totenkult der alten Ägypter genau dies nicht zum Anliegen; die Toten sollten "sicher und gut begleitet in die andere Welt fahren" und nicht zu einer willkommenen Geldquelle für die Nachkommen werden. Spiegel-online: "Das in den Jahrtausenden schwarz gewordene Gesicht soll Touristen in das Tal der Könige im ägyptischen Luxor locken."
Noch ein anderer Aspekt beschäftigt mich, wenn ich die Bilder des toten Pharao sehe: Immer öfter und mit großer Intensität werden unsere Mythen und Geheimnisse entzaubert und in das Licht der Öffentlichkeit gerissen, aus Sensationslust und Geschäftssinn. Da wird z. B. die Titanic aus ihrem Dauerschlaf auf dem 4000 m tiefen Meeresgrund geweckt und gnadenlos ausgeschlachtet. Für ca. 35.000 € ist es möglich, in einer Kapsel zum Wrack hinab zu tauchen. Ken Marschall´s atemberaubende zeichnerische Darstellungen zeigen auch das nicht Sichtbare auf dem Meeresgrund und machen es zum banalen Bestandteil der medialen Sensationen. Eines der großen Geheimnisse, die Kinder und jung gebliebene Erwachsene so lieben, waren Suche und Entdeckung des Felsengrabes des Pharao Tutanchamun. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich als Schüler die Schilderungen der Archäologen über die Ausgrabungen fesselten (in der Kreisbibliothek Mühlhausen hatte mein großer Bruder ausgeliehen und mich mit lesen lassen: Howard Carter, Arthur Mace: Tutanchamun. Ein ägyptisches Königsgrab. 3 Bde. Leipzig 1927).
Die drei Bände haben mich mehr gelehrt über das Pharaonenreich als all die heute erhältlichen Prachtbände; sie waren authentisch und zeitnah, bei allem blieben Dunkel und Mysterium erhalten und faszinierte. Heute aber wird alles, auch ein Leichnam, ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt und takt- und rücksichtsloser Schaulust preisgegeben.
Nameskartusche des Tutanchamun:
links der Thronname: NEB-CHEPERU-RE (Herr der Erscheinungsformen ist Re)
rechts die Namenskartusche: TUT-ANCH-AMUN (Lebendes Abbild des Amun)
Ausstellung "Hannah Höch - Aller Anfang ist DADA"
Einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen der klassischen Moderne, der in Gotha geborenen Hannah Höch (1889 - 1978), ist die Ausstellung "Hannah Höch - Aller Anfang ist DaDa!" (vom 6. April bis 2. Juli 2007) gewidmet. Gerade noch rechtzeitig vor Schließung der Ausstellung konnten wir (die Familie) die großartige Schau mit ca. 160 Arbeiten aus allen Werkperioden, aber vorrangig aus der dadaistischen Phase und der Zeit nach 1922 erleben. Für meine eigenen Versuche auf dem Gebiet der Collage sind Hannah Höch und Kurt Schwitters die entscheidenden Vorbilder und Anreger - und so war ich sehr gespannt auf die Ausstellung.
Nach dem Tod der Künstlerin konnte die 1975 gegründete Berlinische Galerie ihr umfangreiches Archiv erwerben - es enthält neben den Kunstwerken biografisches Material, die Korrespondenz der Malerin sowie Manuskripte, Bücher und Fotografien, Vorlagenalben und sonstige von ihr gesammelte und aufbewahrte Untrelagen aller Art. Das Archiv wird in einer mehrbändigen Edition "Hannah Höch. Eine Lebenscollage" veröffentlicht. Die ersten beiden Ausgaben umfassen die Jahre 1889 - 1920 und 1921 - 1945 und befinden sich bereits in meiner Bibliothek.
Einige Aspekte haben mich besonders berührt:
Kubus 1926
Erstens die gezeigten großformatigen Ölbilder. Bisher habe ich die größeren Bildwerke weniger beachtet - Hannah Höch thematisiert die in den 20er Jahren aktuellen Beziehungsprobleme zwischen Mann und Frau sowie Rollenerwartungen und Geschlechterstereotype und ihre Collagen bedeuteten mir rein formal mehr. In dieser Ausstellung werden aber aus der Collage kommende surrealistische und nur ästhetischen Maßstäben verpflichtende Darstellungen mit rein abstrakten Kompositionen gezeigt, die mich tief berühren und einen ganz neuen Blick auf die künstlerische Qualität dieser ermöglichen. Mit dem abstrakten Expressionismus dieser Bilder ist sie voll auf der Höhe der Zeit.
Zweitens: Hannah Höch hat oft farbige Motive aus Illustrierten und Katalogen als Ausgangsmaterial für ihre Collagen genutzt. In der Vorkriegszeit sind diese Farbdrucke aus der Warenwelt noch vergleichsweise wenig farbintensiv und oft verschwommen. Dazu kommt die natürliche Alterung der verwendeten Papiere, sodass eine milde Patina auf den Collagen aus dieser Zeit liegt. Ebenso geht es mir - ältere Bildwerke aus den 60er und 70er Jahren sind schon etwas verblichen und expressive Farben gemildert. Dabei gewinnen die Papierbilder; ich habe sogar schon vergilbte Papiere für meine Collagen verwendet, um diesen Effekt zu erzielen. Collagen aus Papieren heutiger Hochglanzillustrierten zeigen zu farbige, glänzende und scharfgezeichnete Darstellungen, die eine ganz andere Collagetechnik und -aussage voraussetzen. Sie kommen vor allem bildhaften, erzählerischen Motiven entgegen, bei rein abstrakten Gestaltungen sind sie mit Vorsicht zu verwenden.
Die Ausstellung zeigt zwei DaDa-Puppen der Hannah Höch; Puppen sind bei vielen Künstlern eigene Werkgruppen, die vielleicht nicht den Anspruch großer Kunstwerke erheben, aber doch die künstlerische und gesellschaftliche Entwicklung dieser Jahre spiegeln. Ich denke da an Paul Klee, der zwischen 1916 und 1925 für seinen Sohn Felix rund 50 Handspielpuppen fertigte oder an Pablo Picasso, der in den 50er Jahren mit den Puppen für seine Tochter Paloma wahre Meisterwerke schuf. Puppen waren auch oft Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung, so wie bei den Weimarer Malern Alexander von Szpringer (1889 - 1969) und Otto Herbig (1889 - 1971). Diesem Thema - Künstler und Puppen - sollte man einmal nachgehen.
Diese Ausstellung hat wieder Lust auf Arbeit geweckt, seit den 80er Jahren habe ich wenige Collagen gefertigt und einige Motive liegen noch unvollendet im Schrank. Seit der Wende hatten andere Dinge Priorität, aber nun zeichnet sich langsam wieder Zeit und Gelegenheit ab. Für diese umfassende Werkschau der Hannah Höch bin ich sehr dankbar.
Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur
Am 23. und 24. Juni 2007 war endlich kurz vor Toresschluss Gelegenheit zum Besuch der Hannah-Höch-Ausstellung in der Berlinischen Galerie - am 2. Juli schließt die Ausstellung.
Dieses "Kunst Museum Berlin" war für uns eine große Entdeckung; für mich als Architekt interessierte natürlich auch das Gebäude in der Alten Jakobstraße 124 - 128 in Berlin-Kreuzberg. Ein ehemaliges Glaslager von 1965, eine 11 m hohe Halle mit einer Grundfläche von 60 x 60 m, mit Bürogebäude und Vorbau innerhalb eines Wohngebietes, das in den 80er Jahren im Rahmen der IBA entstand, wurde nach Entwürfen des Architekten Jörg Fricke als Museum in nur einem Jahr Bauzeit umgebaut und am 22. Oktober 2004 eröffnet. Der Entwurf Frickes hat die schlichte Klarheit des industriellen Zweckbaus weitgehend erhalten. Der Innenraum der Halle mit 10 m Höhe wird durch ein eingebautes Galeriegeschoss in zwei Ebenen gegliedert und durch eine diagonal verlaufende den Raum kreuzende Freitreppe erschlossen. Die obere Ebene ist weitgehend wandfrei, um variable Aufstellungen von flexiblen Stellwandsystemen zu ermöglichen.
Für den Außenraum wurde gemeinsam mit der Senatsverwaltung ein Wettbewerb zwischen eingeladenen Künstlern ausgelobt, in dessen Ergebnis zwei Gestaltungsvorschläge realisiert wurden:
- Die Bodengestaltung und Möblierung übernahm das Architektenteam Kühn Malvezzi. Das auf dem gesamten Vorplatz angelegte 80 m lange Buchstabenfeld (gelb auf schwarz) zeigt die Namen von in der Sammlung des Museums vertretenen Künstlern.
- Der Berliner Künstler Fritz Balthaus entwarf mit seinem Vorschlag "marked space - unmarked space" eine Gestaltungskonzeption für das gesamte Gebäudeensemble.
Blickpunkt der Außenanlage ist eine große Plastik des Bildhauerpaares Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff "Dreiheit" 1993 aus Chromnickelstahl-Rohrbündeln, die Assoziationen an naturhaftes Wachstum wecken und auf den Oberflächen vielfältige Effekte von Licht und Farbe ermöglichen.
Das ganze Gebäudeensemble stellt eine meisterhaft gelungene städtebauliche Lösung im Wohngebiet dar und zeigt, welche Möglichkeiten auch bei kleinem Finanzbudget bei Umbau und Anpassung vorhandener Bausubstanz bestehen können, wenn sensibel mit ihr umgegangen wird. Die städtebaulich-künstlerische Gestaltungskonzeption von Fritz Balthaus setzt sich mit dem Thema Präsentation der Kunst auseinander und bindet den Gebäudekomplex in sein Umfeld ein bei gleichzeitiger Betonung der gehörigen Aufmerksamkeit.
Auch zu jedem anderen Zeitpunkt ist das Museum einen Besuch wert, es präsentiert in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute, also von Secession und Dada bis zur zeitgenössischen kreativen Szene Berlins. Selbstverständliche Angebote wie Sonderausstellungen, Archiv, Bibliothek, Café und Museums-Shop komplettieren das Angebot.
Alle Fotos: Peter Rost
Das Stadtmuseum Weimar zeigt in einer Sonderausstellung "Nackte Musen. Weibliche Aktmodelle um 1900."
Dr. Alf Rößner, Leiter des Stadtmuseums, ist auch Kurator der Sonderausstellung. In eineinhalb- jähriger Arbeit hat er aus dem Nachlass des Weimarer Kunstmalers Heinrich Plühr (1859 - 1953) ca. 500 Glasnegative mit von Plühr angefertigten Stereo-Aktaufnahmen erschlossen und für diese Ausstellung aufbereitet.Heinrich Plühr, der ab 1883 als Schüler von Max Thedy an der Weimarer Kunstschule studierte, gilt als letzter Künstler der Weimarer Malerschule. Sein künstlerisches Werk ist heute in Weimar nahezu in Vergessenheit geraten. Nach einer Lithographenlehre arbeitete er später als Photograph und "Retoucher." Diese Kenntnisse setzte er bei seinen Stereofotos als Vorstufe für Gemälde ein; sie haben einen eigenen künstlerischen Stellenwert und zeigen Heinrich Plühr als Meister auch dieser künstlerischen Technik. Die Bilder stammen größtenteils aus der sog. "Böcklin-Phase" des Malers, einer Schaffensperiode um 1900 bis zum Ende des 1. Weltkrieges, in der sich Plühr an den Werken Arnold Böcklins (1827 - 1901) orientierte.
Die Ausstellung zeigt Fotoabzüge der Stereofotos; als besondere Attraktion aber Stereoskopien auf Glas in einem großen schwarz bemalten Holzkasten mit Lochpaaren zum Hineinsehen. Neben diesen Stereo-Foto-Karten, die man mit Lorgnetten (einfachen Prismen-/Lupenbrillen) betrachten kann, wurden die Originalfotos vergrößert als Anaglyphenbilder aufbereitet. Bei dieser Technik wird jedes Halbbild jeweils mit einer Komplementärfarbe versehen übereinander projiziert oder gedruckt und mit einer Brille in genau diesen Farben betrachtet: rot - links, cyan - rechts. Dieses Anaglyphenverfahren (Anaglyph = reliefartig, ziseliert, erhaben) entwickelten unabhängig voneinander 1853 der Naturwissenschaftler Wilhelm Rollmann und 1858 J. Ch. D´Almeida.
Die Aufbereitung der Stereofotografien für die Ausstellung übernahmen Jürgen Postel und Peter Kaiser (Perspectrum Nürnberg) für die Echtfarben-Anaglyphendarstellung. Letzterer hat auch kleine Betrachtungsstereoskope aus Pappe mit eingeklebter "Nackten" angefertigt, die käuflich erworben und als Postsendung verschickt werden können
Die Ausstellung wird komplettiert mit einigen Porträts von Heinrich Plühr und Ausstattungsgegenständen aus den Beständen des Stadtmuseums, um die intime Atelieratmosphäre zu unterstreichen, in der die Fotos entstanden sind. Ein ausführlicher Katalog mit der stereoskopischen Wiedergabe aller Aktfotos (500 nummerierte Exemplare wurden aufgelegt) vervollständigt diese kleine, aber feine Ausstellung. Sie ist geöffnet vom 9. Juni bis 9. September 2007.
Heinrich und Emma Plühr 1895
Heinrich Plühr und auch seine zweite Ehefrau Katharina verbrachten ihre letzten Lebensjahre in Weimar in Armut. Völlig mittellos erhielten sie erst 1951 (Heinrich Plühr) bzw. 1954 (Katharina Plühr) Altersrenten von 65,- bzw. 80,- DM. Plühr starb am 5. Januar 1953. Seine Grabstätte ist inzwischen neu belegt.
Nachbemerkung: Wer sich für Stereofotografie interessiert, findet alles erforderliche Zubehör bei Peter Kaiser in Nürnberg in seinem Perspektrum 3D-Shop (perspektrum.de). Informativ auch 3dphoto.
Bei der Gestaltung meiner zur Zeit im Entwurfsstadium befindlichen Homepage habe ich mich für die Grundfarbe Blau entschieden. Letzten Anstoss dazu gab ein Beitrag im Kulturjournal des NDR am 12.03.07 über das Plattenlabel ACT und eine Ausstellung anläßlich seines 15-jährigen Jubiläums - die Ausstellung in der Weserburg, Museum für Moderne Kunst, Bremen heißt "Paint it Blue" und zeigt 60 zeitgenössische Werke aus der ACT Art Collection des Labelchefs Siegfried Loch. Der Titel "Paint it Blue" geht auf eine von Siegfried Loch 1996 animierte Aktion in Blau zurück mit dem Jazzmusiker Nils Landgren und dem Künstler Rolf Rose im Studio des Künstlers. Von 1997 existiert eine CD "Paint it Blue" (ACT 9243-2), die eine der erfolgreichsten Jazz-CD´s des Jahres war und mit den nachfolgenden ca. 100 Konzerten des Jazz-Posaunisten Nils Landgren dessen Durchbruch in Deutschland brachte.
Die Farbe Blau ist im Jazz kaum wegzudenken: allein das Platten-Label "Blue Note" hat Kultstatus und suggeriert die Wirkung der Farbe auch im Verbalen.
Blau versetzt in einen Zustand des Träumens, die Farbe stimmt sehnsüchtig, sie wirkt beruhigend und führt zu einer ernsthaften Sicht der Dinge nach innen. Die Farbe Blau gilt als Farbe des Gemüts und stimmt positiv. Die Blaue Blume der Romantik galt als Symbol des Aufbruchs zur Erfüllung von Sehnsüchten, aber auch als Symbol des Findens des eigenen persönlichen Glücks und Lebenssinnes. Das Denken an die Farbe löst Sehnsüchte und eine träumerische Stimmung aus und erzeugt gleichzeitig Geborgenheit und Ruhe.
Franz Marc gab mit seinen blauen Pferden und den anderen Tierdarstellungen den Geschöpfen der Natur die Seele zurück. Nicht zuletzt der "Blaue Reiter" war programmatisch gedacht.
Für eine Webseite, die sich mit Architektur, Kunst und Musik (Jazz) auseinandersetzt, passt also diese blaue Farbe.
Noch ein Wort zu Siegfried Loch: Er ist neben seiner Tätigkeit als Musikproduzent seit Jahrzehnten auch ein begeisterter Kunstsammler. Immer wieder hat er Brücken geschlagen zwischen Musik und bildender Kunst. Sein großes Interesse für bildende Kunst schlägt sich sichtbar auch in der Covergestaltung seines Labels ACT nieder.
Georges de La Tour: Der Lampenausbläser
Um 1640. Öl
Wieder hat das Kunsthaus Apolda Avantgarde eine interessante Ausstellung zusammengestellt - ausgewählt wurden Werke des 17. bis 20. Jahrhunderts aus der Privatsammlung von Pierre und Kathleen Granville im Museé des Beaux-Arts de Dijon. Der gestrige Sonntagmorgen mit frühlingshaftem Sonnenschein, aber noch Temperaturen um die Null Grad war bestens geeignet für einen Besuch und so ging es gleich nach dem Frühstück nach Apolda. Besonders beeindruckten ein kleiner Juan Gris, eine Plastik Rodins und ein wunderbarer Minotaurus von Picasso, der auch das Plakat zur Ausstellung schmückt.
Aus dem Text des Flyers:
"Als Pierre und Kathleen Granville im Jahre 1948 beschlossen, eine Sammlung französischer Kunst des 17. bis 20. Jahrhunderts aufzubauen, verfügten sie nur über bescheidene Ankaufsmittel, aber über einen außergewöhnlichen Sachverstand.... Beim Tod von Pierre Granville im Jahre 1996 umfasste ihre hochkarätig bestückte Privatsammlung über 900 Werke der Malerei und Bildhauerei, die als Stiftung den Hauptbestand des renommierten Kunstmuseums der Stadt Dijon bilden."
Die Ausstellung läuft noch bis 25. März 2007.
Lyonel Feininger: Villa am Strande 1920Noch bis 25. März 2007 kann man in den Kunstsammlungen Chemnitz eine umfangreiche Ausstellung mit Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafik des Bauhauskünstlers Lyonel Feininger besichtigen. Die 298 Ausstellungsobjekte, darunter Aquarelle, Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Zeichnungen, Briefe und ein von Feininger bearbeiteter Holzblock stammen aus einer der weltweit größten Privatsammlungen des grafischen Werkes von Lyonel Feininger. Der 1996 gestorbene Architekt und Sammler Harald Loebermann trug in über 30 Jahren je ein Drittel der von Feininger geschaffenen Radierungen und Lithografien und zwei Drittel seines Holzschnitt-OEvres zusammen. Die Kunstsammlungen Chemnitz sind bestrebt, die Sammlung zu erwerben und suchen nach Sponsoren für den Ankauf. Der rührigen Museumsdirektorin Ingrid Mössinger ist es damit wiederum gelungen, einen Glanzpunkt im Ausstellungskalender der Stadt Chemnitz zu setzen. Am 18. Februar 2007 findet mit dem Michael Schulz Trio, Dresden ein abendliches Konzert vor den Bildern statt.
Es gibt ein opulentes Katalogbuch mit 296 Seiten und 310 vierfarbigen Abbildungen (25,- Euro), herausgegeben von Ingrid Mössinger und Kerstin Drechsel.
Übrigens wurden aus der Sammlung Harald Loebermann bereits 1998/1999 insgesamt 170 Blätter Grafiken von Max Ernst aus dem Zeitraum 1936 - 1976 in den Kunstsammlungen Chemnitz gezeigt.