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16. März 2010

175. Geburtstag Adolf von Donndorf

Heute vor vier Wochen , am 16. Februar 2010, jährte sich zum 175. Mal der Geburtstag des Weimarer Bildhauers Adolf von Donndorf. Am 16. Februar 1835 kam er in der Rittergasse 5 in der Altstadt Weimars als Sohn eines Tischlermeisters zur Welt. Seine Jugend verbrachte er im gegenüber dem ehemaligen Franziskanerkloster an der Rückseite des Wittumspalais gelegenen Wohnhaus Am Palais
Nr. 2.Foto: Peter Rost
Zwei seiner wichtigsten Werke prägen noch heute das Antlitz der Stadt: das Reiterstandbild des Großherzogs Carl August auf dem Platz der Demokratie und der Brunnen auf dem kleinen Platz Ecke Rittergasse/Geleitstraße. Sie gehören inzwischen zu den Wahrzeichen der Klassikerstadt. Während die Darstellung Carl August`s als römischer Imperator der damals üblichen Repräsentationskunst entspricht, zeigt der Brunnen an der Geleitstraße Donndorfs Freiheit der Gestaltung und Motivwahl, da er die Brunnenfigur als Geschenk der Stadt Weimar widmete. Zu diesem schönsten Weimarer Brunnen hier einige Worte zur Geschichte dieses Brunnens, dessen Figur es insgesamt viermal gibt:Im November 1876, nach seiner Übersiedlung nach Stuttgart, erhielt Donndorf den Auftrag, eine Brunnenfigur für New York zu schaffen. Auftraggeber war der Philantrop William D. James; errichtet wurde der Brunnen am Union Square und am 25. Oktober 1881 als "The James Fountain" enthüllt.

Foto: Archiv Rost
1892 schenkte der ebenfalls 1848 nach Amerika emigrierte Oswald Ottendorf (bis 1887 Herausgeber der deutschsprachigen "New Yorker Staatszeitung") seiner Heimatstadt Zwittau (heute Svitavy in der Tschech. Republik) einen Abguss der Brunnenfigurengruppe als Andenken an seine Mutter Katharina. Er wird daher "Mutterliebe" genannt. Der ursprünglich vor einer ebenfalls gestifteten Volksbücherei befindliche Brunnen wurde im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen in einen Park verlegt.

Foto: Archiv Rost
Die zwei als Wasserspeier seitlich angebrachten Löwenköpfe wurden leider gestohlen, sollen aber mit Unterstützung der Stadt Stuttgart durch Nachguss der vom Weimarer Donndorfbrunnen abgenommenen Silikonmasken wiederhergestellt werden.
Als Donndorf 1894 erfuhr, dass in seiner Heimatstadt Weimar der sog. "Adelebrunnen" an der unteren Geleitstraße neu gestaltet werden sollte, stiftete er einen Abguss der New Yorker Brunnengruppe für diesen Brunnen zum Zeichen seiner Dankbarkeit gegenüber seiner Vaterstadt Weimar. An der Vorderseite des von Stadtbaumeister Schmidt entworfenen Brunnens trägt eine Bronzeplatte die Inschrift:
"Meiner Vaterstadt in Liebe und Dankbarkeit gewidmet."

Foto: Peter Rost
Die Bronzeplastik wurde 1995 konserviert; das den Brunnen umgebende Pflaster 1997 erneuert. Aber damit ist die Geschichte der Figurengruppe noch nicht beendet!
Nach New York, Svitavy und Weimar erhielt Stuttgart 1898 den vierten und letzten Abguss dieser Figurengruppe. Der Brunnen wurde vom Stuttgarter Stadtbaurat Emil Mayer entworfen und in blauem bayerischen Granit errichtet. Iniatoren des Brunnens waren der Stuttgarter Verleger Wilhelm Spemann unjd der Verein zur Förderung der Kunst. Namenspatronin des Brunnens ist Prinzessin Pauline, die Tochter des letzten Württemberger Königs, Wilhelm II. Die Bronzeplastik wurde allerdings im 1. Weltkrieg im Herbst 1917 eingeschmolzen. 1920 wurde an ihrer Stelle eine Granitschale angebracht, die jedoch nicht zu den Gesamtproportionen der Anlage passte. So gab es immer wieder Iniativen zur Vervollständigung der Brunnenanlage, die jedoch immer an Geldmangel scheiterten.2007 entschied die Stiftung "Stuttgarter Brünnele", den Paulinenbrunnen wieder mit der Figurengruppe Donndorfs zu bekrönen. In dieser Zeit erklärte sich die Stadt Weimar zur kooperativen Hilfeleistung bereit - der Donndorfbrunnen in Weimar sollte restauriert werden - und in diesem Zusammenhang wurde ein Silikonabdruck der Figur in Originalgröße sowie der beiden Löwenkopfspeier hergestellt. In der Fa. Strassaker in Süßen wurden die Figur gegossen und die letzten Feinarbeiten ausgeführt. Bereits im November 2007 erstrahlte der Weimarer Donndorf-Brunnen in neuem Glanz, am 4. Mai 2008 wurde die Mutterliebefigur auf dem Paulinenbrunnen in Stuttgart eingeweiht.


Foto: Archiv Rost
Der Standort des Weimarer Brunnens weist leider einen Makel auf - die gesamte Westseite des kleinen intimen Platzes mit ehemaligem Zeughaus und Landgericht wurde während der Bombardierung Weimars im Februar 1945 völlig zerstört und bisher nicht wieder aufgebaut. Lediglich entlang der Böttchergasse wurde ein Wohnblock errichtet, der das verbleibende Areal einschränkt und als möglichen Standort für das zukünftige Bauhausmuseum Weimars zusätzlich unbrauchbar macht.

Foto: Stadtmuseum Weimar
An dem verbliebenen Platz öffnen noch heute altstadtgerechte kleine Geschäfte ihre Türen:
die ehemalige Hofbuchhandlung Katarina Beckers, heute Buchhandlung "Thelemann", Buchbinder Rainer Schipke (vormals Uwe Feder), Schirmgeschäft Annelies Pennewitz mit dem kleinen Schirmmuseum im Obergeschoss und neuerdings ein Hostel. Bei Katarina Becker konnte man zu meiner Studienzeit manchmal einen Blick auf eine Klee-Radierung werfen; ein Kommilitone von mir erwarb damals drei Bauhauskarten zur Ausstellung 1920 bei ihr für je ca. 60,- M. Auch Buchbinder Feder war eine Weimarer Institution: er sammelt noch heute Karl-Mai-Ausgaben. Alle Mosaiksammler ließen hier ihre Jahrgänge binden - in rot. Er hatte ein eigenes System zum Auseinanderhalten der einzelnen Auftraggeber. So ist dieser Platz noch heute ein Stück Weimarer Geschichte.


Foto: Peter Rost
Übrigens hat Weimar durch das Unverständnis seines Landesfürsten nicht nur den Verlust der Rodin-Sammlung zu beklagen; die neuen Herren nach 1945 waren nicht besser: Donndorf hatte die Gipse fast aller seiner Werke in einem eigens dafür geschaffenen Museumsgebäude auf dem Gelände des heutigen Museums für Ur- Und Frühgeschichte aufgestellt; das Donndorf-Museum wurde am 30. Juli 1907 eingeweiht und nach 1945 zerstört.

5. März 2010

Kunsthalle Erfurt - "Farbwelten"

Das "Haus zum Roten Ochsen" in Erfurt Foto: Peter Rost

Das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld muss z. Zt. wegen Renovierungsarbeiten seine Sammlungen auslagern. Das bot die einzigartige Gelegenheit, internationale Spitzenwerte der klassischen Moderne in der Erfurter Kunsthalle im "Haus zum Roten Ochsen" zu zeigen. Diese Wanderausstellung war zuvor in Bremen in den Kunstsammlungen Böttcherstraße zu sehen und zeigt 57 ausgewählte Gemälde vom Impressionismus bis zur abstrakten Kunst sowie Plastiken von Lehmbruck, Barlach, Rodin und Picasso. Beginnend mit Hodlers Baumfäller fällt der Blick des Besuchers sofort auf ein Hauptwerk der Ausstellung, auf Claude Monets Sonnenuntergang mit dem britischen Parlamentsgebäude von 1904. Jeweils ein Exemplar zeigt die Emanzipation der Farbe in der Malerei bis hin zu Mondrians Farbflächen und der monochromen Malerei von Yves Klein und Antoni Tàpies. Hier fand ich ein Ausstellungsplakat von Ernst Ludwig Kirchner zu einer Ausstellung der Galerie Arnold 1910 wieder, das mich schon seit meiner Studentenzeit als Kunstpostkarte begleitete.

Kunstpostkarte VEB Verlag der Kunst Dresden Motiv Nr. 9576

Die kleine, aber feine Ausstellung ist der Höhepunkt des Ausstellungsprogramms 2010 der Kunsthalle Erfurt und noch bis 2. Mai 2010 geöffnet. Freien Eintritt gibt es jeweils eine Stunde vor Schließung des Hauses. Anschließend wird die Ausstellung noch in Würzburg, Cottbus, Freiburg (Br.) und Rotterdam gezeigt. Allerdings werden wohl möglicherweise nicht alle Bilder wegen ihres labilen Erhaltungszustandes auf Reisen gehen.

Die Gestaltung des Faltblattes zur Ausstellung übernahm Hajo Schüler, ein Erfurter Grafiker, mit dem ich Anfang der 60er Jahre in der Weimarer "bs-combo" gemeinsam spielte; seitdem haben wir uns trotz räumlicher Nähe nicht wiedergesehen, was ich aber demnächst nachholen will.

15. Januar 2010

Inge Jens in der Stadtbücherei Weimar

Die im November 1998 als Kulturstadtobjekt nach grundlegendem Umbau und Sanierung wiedereröffnete Stadtbücherei Weimar verfügt mit dem historischen Gewölbekeller über einen eigenen und bestens geeigneten Vortragsraum, der für kleine Formen von Musik und Literatur, aber auch für Ausstellungen geradezu prädestiniert ist. Z. Zt. werden Gemälde und Zeichnungen des Weimarer Malers Otto Paetz gezeigt und gestern (14. Januar 2010) las Inge Jens aus ihrem Buch "Unvollständige Erinnerungen". Der kleine Kellerraum war übervoll - überwiegend und naturgemäß Frauen (und zwar wenige junge!). Die Buchhandlung Thelemann war mit Büchern der promovierten Germanistin vertreten; damit bestand die Gelegenheit zur Signierung.

Ich habe Inge Jens´Erinnerungen (keine Autobiographie, wie sie nicht müde wird, zu betonen) im Dezember 2009 gelesen und und mich daraufhin erstmalig ausgiebiger mit der Geschichte der Familie Mann beschäftigt - vor allem mit der gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller und Gelehrten Walter Jens geschriebenen Biographie von Katja Mann ("Frau Thomas Mann"). Dabei folgte selbstverständlich Interesse für die Pringsheims und die Kinder Thomas Manns, insbesondere Golo, Klaus und Erika Mann. Folgerichtig passte die gestrige Lesung als Abschluss dieses Lektüreprogramms mit dem persönlichen Kennenlernen der inzwischen 83jährigen Frau. Aus Zeitgründen wählte sie nur drei Episoden aus ihrem bei Rowohlt verlegten Buch aus - Kindheit im Bombenkrieg in Hamburg, Kontakte und Reisen in die ehemalige DDR und Zeilen des Schmerzes und der Trauer über die Demenz ihres Mannes Walter Jens. Das berührte uns besonders, leidet doch mein Schwiegervater inzwischen an der gleichen Krankheit; so können wir die Worte der Schriftstellerin nachvollziehen.


Übrigens erhielt Inge Jens von den Nachkommen die Zustimmung zur Bearbeitung des Nachlasses von Mitgliedern der "Weißen Rose"; die Briefausgabe habe ich antiquarisch aufgetrieben und unserer Tochter Chr. zu Weihnachten geschenkt.

Literatur:

Inge Jens Unvollständige Erinnerungen
Rowohlt Reinbeck bei Hamburg 2009

Inge Jens Hans Scholl Sophie Scholl Briefe und Aufzeichnungen
S. Fischer Frankfurt 1984

Inge und Walter Jens Frau Thomas Mann - Das Leben der Katharina Pringsheim
Rowohlt Taschnbuch rororo 23664

Im Radio:
"Unvollständige Erinnerungen" von Inge Jens
MDR FIGARO Lese-Café Leipzig Haus des Buches, Sendung am 17. Januar 2010, 15.00 Uhr.

Übrigens: auch die Bilder von Otto Paetz sind sehenswert!

1. Januar 2010

Zum Neuen Jahr

Zum Neuen Jahr 2010 wünsche ich allen Bloglesern Glück, Gesundheit und Zuversicht für die kommenden möglicherweise schweren Zeiten. Mein Motto für das kommende Jahr stammt von Kurt Schwitters:

"Denn Kunst ist nichts anderes als Gestaltung mit beliebigem Material".

Für das erste Vierteljahr haben wir (meine Frau und ich) uns als Höhepunkt einen Besuch der Botticelli-Ausstellung im Frankfurter Städel vorgenommen; ich hoffe, es klappt wie gewünscht. Dazu eine alte Kunstpostkarte aus meiner Sammlung: "La Primavera" (Firenze) der Fa. Stengel & Co. aus Dresden Nr. 29848.

Ausstellung "Botticelli"
13.11.2009 - 28.02.2010 im Städel Museum Frankfurt am Main

7. Dezember 2009

Standardwerk über Collagen

Erst neulich habe ich antiquarisch endlich das Standardwerk über Collagen erstanden:


Herta Wescher
Die Geschichte der Collage
Vom Kubismus bis zur Gegenwart
Verlag M. DuMont Schauberg 1974
(Gekürzte und aktualisierte Sonderausgabe der 1968 erschienenen Originalausgabe
Bearbeitung: Karin Thomas)
DuMont Dokumente
ISBN 3-7701-0783-7
393 Seiten, zahlr. Abb. im Text und 203 Abb. auf Tafeln

Mit umfangreicher Einführung, Beiträgen zur Collage des Kubismus, Futuristen, des Dadaismus, der Surrealisten, der Konstruktivisten und einer Darstellung der Entwicklung in den letzten Jahrzehnten.

5. Dezember 2009

Collagen aus den 80ern

In den 80er Jahren habe ich viele Collagen fabriziert, allerdings in anderer Art als heute. Hier drei Beispiele:

Anfang 80er Jahre:

28.10.1979 Tarzan (Ausschnitt):


28.02.1982 Kopf:

20. November 2009

"Kunst als Dekokirsche"

Eine ähnliche Problematik wie in Hamburg beschreibt Niklas Maak in der FAZ vom 18. November 2009 unter dem Titel "Fort mit dem weißen Karton". Es geht um den letzten zentralen Bauplatz in Berlin am Humboldthafen, den Wowereit mit einer neuen Kunsthalle bebauen möchte, nachdem "Alexanderplatz und Potsdamer Platz mit Shoppingmalls und Kinos zugepflastert wurden, am Pariser Platz die schweigsamen Fassaden von Banken und Botschaften dominieren, am Platz der Republik Abgeordnetenbüros und Hundehaufen."

Hier einige wörtliche Ausschnitte:
"Wo zu viel offensichtlicher Kapitalismus herrscht, wird nach Kunst gerufen. So auch hier..."
"...Die eigentliche Frage lautet: Warum schon wieder eine Kunsthalle? Warum baut man wieder den gleichen öden weißen Karton? Könnte man Kunst nicht ganz anders zeigen?..."
"...Es ist in Mode gekommen, Kunsträume als wertsteigernde Dekokirsche auf kommerzielle Immobilienprojekte zu setzen; der Künstler soll dem Quartier das Aroma urbaner Widerständigkeit geben und so der Sterilität entgegenwirken, die das Projekt erst in die Stadt bringt. Es ist verständlich, dass die Künstler da streiken; dass sie sich nicht zu den Würstchen machen lassen, zu denen Wilhelm Brandt, Pressesprecher des Immobilienentwicklers VIVICO, sie erklärt, wenn er Kunst im "Tagesspiegel" als Köder bezeichnet, um wichtige Menschen in die Stadt zu locken: "Das ist wie bei einer Wursttheke: Je größer die Auswahl, desto besser...."
"...Der Humboldthafen ist Berlins letzter Platz, an dem Architekten und Stadtplaner zeigen könnten, wie der öffentliche Raum des einundzwanzigsten Jahrhunderts aussehen und welche Rolle Kultur dabei spielen soll..."

Vielleicht sollte man in der Begriffsgeschichte auf die hellenistische Antike zurückgehen, die das Wort Museum nicht nur auf ein Haus bezog, sondern damit einen ganzen Stadtteil bezeichnete, eine "poröse, auch sozial durchlässige Struktur, eine aus offenen Räumen zusammengewachsene Kulturlandschaft, in der Künste - auch Tanz, Theater, Musik - anders aufführbar wären?..."

16. November 2009

Heute hat Oscar Wilde Geburtstag

Der 16. November ist der Geburtstag Oscar Wilde´s, der 1854 als zweites Kind von William und Jane Wilde unter dem Namen Oscar Fingal O´Flahertie Wills Wilde in Dublin geboren wurde. Bereits der Zwanzigjährige verkündete, er wolle Dichter werden und noch dazu berühmt. "Und wenn schon nicht berühmt, dann zumindest berüchtigt." Und er wurde beides.

In meiner Bibliothek findet sich die Biografie des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Richard Ellmann (1918 - 1987). Berühmt wurde dieser durch seine James-Joyce-Biografie (1959) und seine Arbeiten über William Butler Yeats. Eine meiner größten antiquarischen Erwerbungen war eine Ausgabe der "Salome" mit den 16 Zeichnungen von Aubray Beardsley (Deutsch von Curt Moreck) - eine Ausgabe des Verlags Heinrich Böhme Hannover 1919, gedruckt in der Offizin der Mandruck-
Gesellschaft zu München. Eine verkleinerte Ausgabe brachte der Insel-Verlag Frankfurt 1919 als Insel-Bücherei Nr. 247 heraus (Übertragung von Hedwig Lachmann).

8. November 2009

Comic "Pünktchen und Anton"

Der Künstler Walter Trier (1890 - 1951) hat alle zwölf Kinder-Romane von Erich Kästner illustriert. Seine Titelbilder wie der bekannte Titel von "Emil und die Detektive" erscheinen bereits seit 80 Jahren unverändert und sind allbekannt. Er inspiriert Künstler bis heute - zum Beispiel Isabel Kreitz. Sie hat bereits Kästners Roman "Der 35. Mai" als Comic in der Art von Walter Trier illustriert, wofür sie 2008 mit dem "Max- und Moritz"-Preis ausgezeichnet wurde. Mit "Pünktchen und Anton" ist ihr nun ein weiterer Kästner-Comic gelungen - dabei das Berlin der 20er Jahre als Hintergrund. Nach ihrer Aussage waren dafür eigene Impressionen bei Berlin-Besuchen und historische Fotos die Grundlage. "Hintergründe und Schauplätze beschäftigen mich bei der Umsetzung eines Comics mindestens so sehr wie die Charaktere."
Das bestätigt einen gewissen seit Jahren wachsenden Trend, Berlin als immer populärere Kulisse für gezeichnete Geschichten zu wählen. Das hängt wohl mit den Spuren der Geschichte in Berlin zusammen, die einen interessanten Hintergrund bieten. Der amerikanische Zeichner Jason Lutes hat Berlin "als einen Schlüssel zum Verständnis des 20. Jahrhunderts" bezeichnet.

Das neue Comic-Buch von Isabel Kreitz liegt nun vor mir - ein Geschenk meiner Tochter S., die mein Interesse für Comics kennt und zeitweise fördert.

6. November 2009

Hannah Höch 120. Geburtstag

Foto: E. Jorarro Archiv Johannes Bauersachs

"Ich möchte die festen Grenzen verwischen, die wir Menschen, selbstsicher, um alles uns Erreichbare zu ziehen geneigt sind."
Hannah Höch (1889 - 1978)


Am 1. November 1889 wird Johanna Höch in Gotha als ältestes von fünf Kindern eines Versicherungs-Direktors geboren. Nach ihrem Studium an der Staatlichen Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin avanciert Hannah Höch unter den Berliner Dadaisten zur Collage-KÜnstlerin. Ihr Verdienst ist es, die Ausdrucksmittel des Dadaismus, Collage und Fotomontage, bis zu letzt in ihrem künstlerischen Schaffen weitergeführt und präzisiert zu haben.

Gesprengte Einheit 1955

Neben Kurt Schwitters verdanke ich ihr viele Anregungen und Impulse für meine Arbeiten.

Siehe auch meine Posts vom 08.01.07, 29.05./28.06.07

5. November 2009

Kandinsky in Jena

Vom 6. September bis 22. November 2009 präsentieren die Kunstsammlungen Jena im Stadtmuseum eine beachtenswerte Ausstellung "Punkt und Linie zur Fläche - Kandinsky am Bauhaus" mit Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafik.
Wassily Kandinsky (1866 -1944), einer der wichtigsten Vertreter der abstrakten Malerei, wurde erst 1922
durch Walter Gropius an das Bauhaus Weimar als Formmeister für Wandmalerei und Lehrer im Vorkurs berufen. In kurzer Zeit wurde er zu einem der wichtigsten und innovativsten Lehrer am Bauhaus.

Seine Kontakte zu Jenaer Bürgern, insbesondere dem Jenaer Kunstverein, pflegte Kandinsky während seiner Bauhausjahre 1922 bis 1933 (auch nach dem Weggang des Bauhauses aus Weimar) rege und intensiv; seine Werke wurden in Jena in sechs Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und teilweise für die Sammlung des Kunstvereins gesichert. Exemplarisch dargestellt wird in der Ausstellung die Beziehung zu dem Künstler und Kunsthistoriker Walter Dexel, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband.

Drei Grafiken aus der Mappe "Kleine Welten", die in der Ausstellung komplett gezeigt wird.

Für unseren Ausstellungsbesuch am 3. November mussten wir Jena zweimal anfahren, da wir die Öffnungszeiten am Donnerstag von 14.00 bis 22.00 Uhr nicht beachtet hatten. Normalerweise ist von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, nur Donnerstag nicht! Bitte beachten!

1. November 2009

Neue Collage der Postkartenserie

Hier ist wieder eine neue Karte aus der Postkartenserie, entstanden vom 31.10. zum 01.11.2009:

27. Oktober 2009

Neue Collagen:

Karte Nr. 7:In den letzten Tagen entstanden zwei neue Collagen: eine Fortsetzung der Postkartenserie - Nr. 7 und eine etwas größerformatige Collage, bei der ich ein bereits angefangenes Grundmotiv vom 08.10.2000 verwendet habe, also neun Jahre alt:

20. Oktober 2009

Neue Collage

Anbei die Karte Nr. 6 aus der Postkartenserie, entstanden 20.10.2009:


11. Oktober 2009

Ausstellung Amsterdam: Briefe van Gogh`s

Das Van Gogh Museum Amsterdam (Herausgeber Leo Jansen, Hans Luijten und Nienke Bakker) gibt eine Edition sämtlicher Briefe Van Gogh`s heraus - 819 Briefe von Van Gogh und 83 an Van Gogh - u.a. von Paul Gauguin, dem Bruder Theo Van Gogh und Paul Signac. Illustriert werden die 6 Bände mit 4300 Illustrationen von Werken Van Gogh`s bzw. in den Briefen erwähnten Werken anderer Künstler. Zum Preis von 395,- € (ab 4. Januar 2010 325,- €) wird diese Edition angeboten.

Gleichzeit eröffnete am 09. Oktober 2009 bis 03. Januar 2010 eine Ausstellung dazu, in der über 100 ausgewählte Originalbriefe und die dazugehörigen Werke Van Gogh`s gezeigt werden. Besondere Bedeutung erhält diese Korrespondenz durch ihre literarische Qualität. Van Gogh war "Maler und Schriftsteller" zugleich. In seinen Briefen schreibt er dem Bruder, als spräche er zu ihm, in fortlaufendem Plauderton, häufig sogar, ohne Satzzeichen zu setzen.

Die erste umfassende Ausgabe der Briefe Vincent van Goghs an seinen Bruder Theo erschien 1914/15 in Amsterdam, herausgegeben von Theo´s Frau Johanna van Gogh-Bonger. Die deutsche Übertragung erschien 1928 bei Paul Cassiri in Berlin, teilweise mit Irrtümern und sinnentstellenden Fehlübersetzungen. Zwischen 1952 und 1954 erschien eine neue, philologische Genauigkeit anstrebende Originalausgabe in der Wereldbibliothek (Amsterdam-Antwerpen).

In meiner Bibliothek findet sich eine wunderschöne Ausgabe des Henschelverlages Berlin von 1961, die auf der sorgfältig überarbeiteten Ausgabe der Wereldbibliothek fusst: "Als Mensch unter Menschen - Vincent van Gogh in seinen Briefen an den Bruder Theo" (3. Auflage 1961, 2 Bände in Kassette). Bei dieser Auswahl ist versucht worden, aus dem Briefekomplex einen Kern herauszuschälen, der den Menschen und Künstler in seiner bleibenden geschichtlichen Bedeutung zeigt. Dabei wurde auf die Briefform verzichtet; es ist eher ein Tagebuch geworden, was die Lesbarkeit natürlich wesentlich erhöht und Wiederholungen ausschliesst. Die Bände sind sehr aufwendig edidiert, alle Abbildungen sind gesondert gedruckt und eingeklebt, allerdings leidet das Papier unter der DDR-üblichen schlechten Qualität. Dafür kostete diese Ausgabe damals 21,50 Mark der DDR! Bü
cher waren in der DDR gestützt und deshalb billig, allerdings aufgrund der oftmals geringen Auflagen eben schwer erreichbar. Wem die Amsterdamer Neuausgabe zu teuer ist, sollte im Antiquriat nach der vorgenannten Ausgabe suchen. Hier ist sie:

4. Oktober 2009

Collage vom 02.10.2009

Noch eine durchwachte Nacht vom 1. zum 2. Oktober. Um Mitternacht entstand eine neue Collage:

2. Oktober 2009

Postkartencollagen um Mitternacht

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober 2009 konnte ich nicht schlafen und habe gegen Mitternacht Entwürfe für Collagen für eine Postkartenserie angefangen, die ich dann am Folgetag in Form gebracht habe. Hier sind erste Ergebnisse:

26. September 2009

Zwei neue Collagen aus 2008

Hier zwei neue Collagen aus 2008:
Titel: "eld, " 31.08.2008
Abm.: B x H = 29 x 43 cm
und:
Titel: "für Kunden
" 18.08.2008
Abm.: B x H = 14 x 16 cm

19. September 2009

Feininger und das Bauhaus


Vom 13.September bis 20. Dezember gibt es wieder einmal eine interessante Ausstellung im Kunsthaus Apolda Avantgarde: Feininger und das Bauhaus Weimar-Dessau-New York. Gezeigt werden 130 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Holzschnitte aus internationalen Sammlungen, wie dem Museum of Modern Art und dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York und der Phillips Collection in Washington D.C. Mit der Ausstellung soll zum ersten Mal die wichtige Phase der Bauhauszeit im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit Feiningers Werk stehen.
Gestern besuchten S. und ich die Ausstellung und waren von der Qualität der Arbeiten überrascht. Besonders die kompletten Mappenwerke hatten es mir angetan:

1920 - Zwölf Holzschnitte von Lyonel Feiniger (erste grafische Edition des Staatlichen Bauhauses in Weimar),
1926 - Zehn Holzschnitte von Lyonel Feininger (Edition des Euphorion Verlag Berlin)
1941 - Ten woodcuts by Lyonel Feininger (herausgegeben von Curt Valentin, Buchholz Gallery in New York anläßlich seiner Rückkehr in die USA).

Es gibt einen sehr guten und informativen Katalog, herausgegeben von Andrea Fromm - alle ausgestellten Werke sind reproduziert. Aus meinen Beständen kann ich zur Illustration des Posts nur eine Karte zur Bauhausaustellung Juli - Oktober 1923 (Sammlung Baldur Gottschalk) - Katalog Nr. 60 - Stadt - Bauhauskarte Nr. 1 - bieten.

Im übrigen gab es 2007 im Pommerschen Landesmuseum Greifswald die Ausstellung "Lyonel Feininger - vom Sujet zum Bild", die sich der Arbeitsweise Feingers widmete, der in Serien von Zeichnungen (Naturnotizen), Holzschnitten, Radierungen und Gemälden seine Bildkonstruktionen entwickelte. In elf Motivserien von Landschaften und Architekturen, deren Sujets er in Mecklenburg und Vorpommern fand, konnte man den spannenden Prozess der Bildfindung miterleben.

23. April 2009

Eigene Collagen

Hier möchte ich wieder eigene Collagen aus früheren Jahren vorstellen - aus einem
Kalender 1996: